223 Pi Btl ab 1941

Vorwort :

Die hier folgenden Daten sind zufällig aus Stalingrad nach Deutschland gerettet worden und haben jetzt mehr als 60 Jahre in einer unserer Kellerecken gelegen. Uns ist nicht bekannt, wieviel dieser Informationen "regulär" als Bericht existiert. Da unsere Webseite ursprünglich als Familienforschung begonnen hat, hoffen wir, dass diese Daten und Informationen, die hier schrittweise veröffentlicht werden, helfen, Schicksale zu klären.
Ab diesem Tagebuch gibt es viele hundert Bilder, die leider nur sehr schwer zuzuordnen sind. Zwischen den Abschnitten werden immer wieder Fotos eingefügt, die dem Bericht eindeutig zuuordnen sind oder thematisch wahrscheinlich passen.
Zu Beginn dieses Tagebuchs sind große Abschnitte auf Schreibmaschinen abgetippt worden, je länger der Krieg dauert, desto häufiger werden die handschriftlichen Berichte. Wenn Sie als Leser dieser zu Beginn noch recht nüchtern verfassten Berichte das Buch "Die Stalinorgel" von Gert Ledig gelesen haben, werden Sie schnell erkennen, dass dieses Tagebuch die gleichen Begebenheiten beschreibt, die gleichen Szenen, die gleichen Probleme und Sorgen .... denn dieses Tagebuch ist in der Tat zufällig genau Gert Ledigs Einheit und deshalb wird die gleiche Geschichte erzählt.
Ich würde mich über jedes Feedback freuen, denn nicht nur das Digitalisiern sondern auch das Übersetzten aus dem Sütterlin kostet enorme Zeit, und ein bischen Motivation, dieses Mamutwerk zu bewältigen, kann ich auf Dauer gut gebrauchen....
Die Daten werden hier zum lesen und anschauen veröffentlicht - Kopieren oder Weiterverbreitung ohne unser Wissen ist nicht erlaubt.

Aktuell veröffentlicht : 87 Seiten (bis 05.02.1942)

Verlustmeldungen (Zusammenfassung nur aus diesem Tagebuch)

Dieser erste Teil des Tagebuchs geht bis zum 27.08.1942

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Zeitnotizen zum Kriegstagebuch für die Zeit vom 28. 10. - 14. 11. 1941

28. 10.41: Verladung in Facture (Frankreich). Verladedauer 2 1/2 Stunden. Abfahrt 19,28 Uhr.

29.10. - 4.11.41
Eisenbahntransport über Orleans - Homburg - Kassel -Nordhausen - Guisten - Küstrin - Schneidemühl -Königsberg - Tilsit - Memel, Litauen - Lettland (Riga) - Estland - Pleskau (Rußland) - Nowo-Siwerskaja • Keine Zwischenfälle.

4.11.1941 Novo-Siwersksja. Ankunft in Novo-Siverekaja 9,oo Uhr. Ausladung beendet 11 Uhr. Einschrauben der Stollen in die Hufeisen. Abmarsch 13,30 Uhr. Marschziel: Boriszowa über Korowizy - Wuriza - Mina - Wedenskoje. In Folge des schlechten Zustandes der Straßen (Schlaglöcher, Vereisung und Ermüdung der Pferde nach 7-tägigem Bahntransport) wird 20 Uhr der Ort Wedenskoje (26 km) erreicht.
Unterkunft in Bauernhäusern.
Vorkommando mit Lkw. erreicht das Marschziel Borisowa (32 Km.).
5.11.1.41 Wedeneskoje.
Marschbereitschaft 10 Uhr.
Auf Befehl des Btl. verbleibt die Kp. am 5. 11. in Wedenskoje, Nachmittags Ausbesserung schlechter Wegstrecken zwischen Wedensskoje und Borlsowa»
6.11.1941 Lissino
Das Btl. wird in den Baum südlich Schlüsselburg ver-
legt und tritt zur 7. Fliegerdiv. Abmarsch in Wedenzskoje 8,3o Uhr über Mina - Gorki - Kauschka bis Lissino ( 25 Km.) Schlechte Straße bis Vina. Gefechtswagen stürzt bei vereister Straße in Wassergraben. Eintreffen in Lissino 15,3o Uhr. Unterbringung in der Schule auf Stroh.

7.11.1941
: Lissino.
5,oo Uhr, 1/15 als Rampenbaukommando auf Lkw. nach Tosno von dort mit Bahn nach Mga. 15,00 Uhr Abmarsch der Kp. über Tosno naoh Ljuban (Verladebahnhof) Nachtmarsch, vereiste Straßen. Da unterwegs erkundet wird, daß der Transportzug erst am 8.11. früh 8,oo Uhr in Ljuban eintrifft, wird in Bowosduiza, 6 Km. westlich Ljuban Notquartier bezogen. Ankunft in B. 24 Uhr. Marschleistung 40 Km.


zugeordnete Bilder :


Zur Orientierung eine aktuelle Karte des Gebiets in dem dieses Tagebuch stattfindet :

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8.11,1941: Mga.

7,00 Uhr Abmarsch in Bowosduzia nach Bahnhof Ljuban (6 Km.). Eintreffen in I. 8,15 Uhr. Beginn der Verladung 9,oo Uhr Abfahrt 13 Uhr gemeinsam mit 3. Kp. Begrüßung der Kp. durch General Lüters auf dem Bahnhof. Ungeheizte Waggons. Eintreffen in Mga 18,00 Uhr. Unterbringung der Mannschaften in zwei leeren Klassenzimmern der Schule Mga. Pferde verbleiben in Waggons.

9.11.1941 Mga.

7,00 Uhr Entladen. Beendigung 9,oo Uhr. Unter Ausbau der Notunterkünfte für die Pferde. 15,oo Uhr Kp.-Fhr. Besprechung beim Btl. Koljekowo. Aufgabe für die 1.Kp.: Bau einer Riegelstellung bei Moskolowo.

10.11.1941: Mga.

Sicherung von Baumaterial für Unterstandsbau. Ausbau der Pferdeställe. Erkundung der geplanten Riegelstellung durch Oberstleutnant Pötschke und Hptm. Arnold. Sehr kalt.
11.11.1941 : Mga.

Bau von Unterständen in dem Stabswäldchen westlich Koljekowo. Die Baustelle wird durch Fußmarsch von Mga aus erreicht. Mga wird durch Artillerie beschossen. Sehr kalt.
12.11.1941 Mga.

Weiterführung und Fertigstellung des Unterstandbaus in Koljekowo. 1. Zug: Beginn des Ausbaus der Riegelstellung 5 Km. nordwestlich Moskolowo. Granatbeschuß der Baustelle. 22,oo Uhr Abmarschbefehl für 1.Kp. für den 13.11.
5,oo Uhr Beladen der Fahrzeuge in Mga. Die Kp. tritt zur 223. I.D. zurück. Abmarsch des Trosses 8,oo Uhr der Mannschaften auf 5 bereitgestellten Lkw's 10,15 Marsch ostwärts über Michailowsky naoh Slawjanka. (12 Km.) Sehr schlechte Straße. Die Kp. wird 1.P 344 unterstellt und soll sich an einem Angriff am 14.11. über Poretschje - Chandrowo . Moskowo beteiligen. Am Abend Erkundung der Bereitstellung und Angriffswege durch die Offz. der Kp. Unterkunft in leerstehenden halb verfallenen Häusern. Sehr kalt. Artilleriebeschuß. Nachts: Vorbereitung für Stoßtruppunternehmen.

14.11.1941 : Slawjanka.

6,oo Uhr Wecken. 9,oo Uhr Bereitstellung zum Angriff im tiefen Bachtal bei Poretschje. Führung: Hptm. Arnold Lt. Dade: Stoßtrupp mit 2 Flammenwerfer 1/4/25. Oblt. Mühlbronner: Minensuchtrupp 1/2/10 für Straße Poretschje - Chandrowo. Fdw. Reppe: Brückenbautrupp für Brücke bei Chandrowo 2/15. 12,oo. Der Angriff wird auf 15.11. verschoben. Artilleriebeschuß. Rückmarsch nach Slawjanka. Ausbau der sehr dürftigen und sehr kalten Unterkünfte.

Mga

"Heldenfriedhof" 1939 auf Aufnahme von 1941

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Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit v. 15.11.-17.11.41.

15.11. Poretschje.

Beteiligung der 1. 1.Kp. am Angriff auf Chandrowo, 6,35 Bereitstellung in Poretschje, 7,45 Uhr Beginn des Angriffs.
Einteilung der Kp.:
Stoßtrupp mit 2 Flammenwerfern 2/4/25
Minensuchtrupp 1 / 2 / 10
Brückenbautrupp 2/25
zusammen: 3 / 8 / 60
a) Der Stoßtrupp (Führung Hptm. Arnold und Lt. Dade) ging mit der ersten Infanteriewelle (9./344) vor. Die feindliche Gegenwirkung war überraschend stark. Es gelang, ein Wäldchen zu säubern und in die durch Gräben und Bunker befestigte Stellung der Russen vor Chandrowo einzudringen. Zwei russische Gegenstöße wurden mit Handgranaten abgewehrt.
Verlußte: Gefallen : Uffz. Claus, Obergefr. Russig
Vermißt : Gefr. Schenke
Schwer verwundet: Fdw. Holzinger (Bauchschuss)
Leicht verwundet: Gefr. Ledig (Gesichtsschuss) Uffz. Müller, OGefr. Sliva
Ein Flammenwerfer wurde auf dem Rücken von Gefr. Wettloy durch MG-Geschosse zerschlagen. Am Morgen des 16.11. gegen 6,oo Uhr wurde der Stoßtrupp gemeinsam mit der Infanterie in die Ausgangsstellung zurückgezogen.
b) Der Minenensuchtrupp und Brückenbautrupp (Oblt. Mühlbrenner waren für den Ort Chandrwo vorgesehen) Sie kamen nicht
zum Einsatz, weil der Angriff nicht genügend weit vorgetragen werden konnte. In der Nacht zum 16.11. besetzten die Trupps die ursprünglich vorderste Stellung der Infanterie. Über den Einsatz der Kp. vom 15.11. vergl. besonderen Gefechtsbericht.

16.11. Szigalowo.

Die Kp traf (sehr erschöpft nach durchgeführtem Angriff und schlafloser Nacht) gegen 9,3o Uhr in der alten Unter= kun ft in Slavianka ein. Hier Befehl zum Abmarsch nach Szigalowo (8 Km), Nach Verladen der Fahrzeuge Abmarsch 12,3o Uhr. Schlechter vereister Fahrweg. Eintreffen in S. 15,oo Uhr. Das Btl. lag hier zusammen in engsten Quartieren. Endlich einmal schlafen! Nachts Probealarm.

17.11. Szigalowo.

Ausbau und Verbesserung der Quartiere. Die 1. Feldpost traf ein

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Rgt.-.Gef.-Stand den 13.11.1941

Regiments-Befehl für den Angriff am 1. Tage

1) Feind hat Feld- und Bunkerstellungen im Raume nördlich, nordostwärts und nordwestlich der Linie Woronowo – Poretschje besetzt. Hauptkampflinie vermutlich am Süd und Nordrand von Chandrowo und im Ort selbst. Die Bunker sind zum Teil mit Drahthindernissen und sehr wahrscheinlich mit Minen umgeben. Minensperren sind vermutlich u.a. auch am Nordausgang von Woronowo an dem Wege, der von Woronowo nach Chandrowo führt.
Vermint ist wahrscheinlich weiterhin der Bachgrund, der längs dieser Strasse verläuft und der Südausgang des Ortes Chandrowo.

2.)a) 223 I.D. greift nach beendeter Bereitstellung den Feind an, durchbricht seine Stellung und stößt dann in allgemeiner Richtung über Markowo auf Wolchostroj und die Wolcho-Mündung vor.

b) Gliederung der 223 Inf.Div.:
rechts : Inf. Rgt. 344
links : Inf. Rgt. 385

c) Trennungslinie zwischen :
254.I.D. und I.R. 244 (zugleich Divisions-Grenze)
Weg Woronowo – Chandrowo (-zu Inf. Rgt. 344) –in Fortsetzung dieses Weges Markowo - 1 km westlich des Ortes Kilosa.
Inf.Rgt. 344 und Inf. Rgt. 385
Flusslauf Nasija (zu Inf. Rgt. 385).

3) Hierzu stellt sich das verst. Inf. Rgt. 344 (ohne II. Btl.) bis 14.11. 09:00 Uhr wie folgt bereit :
a) 10. Kp., verstärkt 1 Zug 14. (pz.Jg.) Kp., 1 M.G.-Zug und 1 Gruppe schwerer Granatwerfer mit rechter Grenze = Regimentsgrenze, linke Grenze hart Südausgang Poretschje.

b) Verst.III./ I.R.344 ohne 10 Kp. (verstärkt durch 1. Zug 14. (Pz. Jg.) Kp., 1. Stosstrupp 1./Pi Btl.223 mit 2 leichten Flammenwerfern und der Sturmgeschütz – Batterie 227.) mit 9. Kp. In vorderer Linie und 11. Kp., die nachgeführt wird.

c) Verst.I./I.R. 344 (verstärkt durch 1. Zug 14. (Pz. Jg.) Kp., und 1. Stosstrupp Inf.-Pi.-Zug des Rgt.)
mit 1.Kp. in vorderer Linie, 2. und 3. Kp. gestaffelt dahinter.
RECHTE Grenze für Bereitstellung und Angriff = linke Grenze der 9. Kp.
LINKE Grenze (zu Inf.Rgt. 385) Masija-Flussbett ausschließlich.

4.) Arillerie Einsatz

Der Angriff des Regiments wird unterstützt durch Teile des Art.Rgt.2 und Art.Rgt.227
Es werden auf Zusammenarbeit angewiesen :III./A.R.223 und III./I.R.344,III./A.R.227 auf I./I.R. 344,Vorgeschobene Beobachter befinden sich ausserdem von :
II./A.R.70 bei III./I.R.344,
3./A.R. 809 bei I./I.R. 344.

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c) weitere Artillerie-Unterstützung kann vom Rgt. und Btl. unmittelbar oder über die auf Zusammenarbeit angewiesenen Art.-Abt. bei der Art.-Gruppe Mitte (Gef.Stand Sigalowa) angefordert werden.
Schwere Art.Abt. 809 (Mörser) wird unter anderem auch im Gefechtsstreifen des Regiments Widerstandsnester bekämpfen.

d) Art.-Vorbereitung für den Angriff nach Feuerplan des Arko. 123. Später unterstützt die Artillerie den Infanterieangriff mit beobachtetem Feuer.
Die auf zusammenarbeit angewiesenen Abteilungen haben dies in engster Fühlungsnahme mit ihrer Infanterie selbständig durchzuführen.

5) 14.(Pz.Jg.) Kp. unterstellt je 1 Zug :Btl.-Kdr. III. Btl.,Btl.-Kdr. I.Btl.,Rest steht nur zur Verfügung des Rgt., 1 Zug davon wird zunächst bei 10. Kp. eingesetzt.
Kp.-Chef 14. Kp. mit Kp.-Trupp bei rgt.-Gef.-Stand.

6) 1. Kp./Pi.Btl.223, dem Rgt. unterstellt, säubert mit einem verst. Entminungstrupp die Strasse von Poretschje nach Chandrowo – Markowo und macht sie zur Nachschubstrasse geeignet. Sie unterstellt ferner 1.Pi.-Stosstrupp mit zwei leichten Flammenwerfern dem III./I.R.344.
Kp.-Chef 1./PiBtl.223 tritt bei Beginn der Gefechtshandlungen zum Rgt.-Gef.-Stand.
Stosstrupp und Entminungstrupp stellen unter Führung von Hptm. Arnold am 14.11.1941 um 08:00 Uhr am Dammweg Sawjanka – Woronowo (südl. des Friedhofwäldchens).

Inf.-Pi..-Zug beseitigt in der Nacht vom 13. zum 14.11.1941 –gemeinsam mit Teilen der 1./Pi-Btl.223 –die eigenen Minen am linken Flügel des Rgt. und unterstellt einen Stosstrupp dem I.Btl.
Zugführer Inf.-Pi.-Zug führt den Stosstrupp.
Restteile von Pi.-Kp. und Pi.-Zug zur Verfügung des Regiments.

7.) I.G.-Zug verbleibt bei Rgt.-Gef.-Stand zur Sicherung des Gef.-Stabs und zum Einsatz für besondere Aufgaben.

8.) Radf.-Zug verbleibt bei rgt.-Gef.-Stand zur Sicherung des Gef.-Stand und zurm Einsatz für besondere Aufgaben.

9.) Inf.-Nachr.-Zug regelt Nachrichtenverbindungen.

10.) Kampfführung:
a) In der Zeit von x- 50 bis x minus 10 bekämpft schwere Abteilung Bunkerstellungen, die parallel zur rechten Abschnittsgrenze am Waldrand verlaufen,
den Ort Chandrowo,
den Südrand des Flugplatzes,
Bunkerstellungen und Befestigungen am Südrande Chandrowo,
Bunker und Feldbefestigungen nördlich Poretschje
b) während dieser Zeit schießen sich die Battr. Der III./A.R.223 und der III./A.R. 227 unauffällig auf ihre Ziele ein.
Zielfestlegung erfolgt durch die Btl.-Kdr. Nach Rücksprache mit dem Abt.-Kdr.



c) x minus 10 bis x-Uhr erfolgt Feuervorbereitung des zusammengefassten Feuers der gesamten Artillerie auf die obigen Ziele.

Während des Artilleriefeuers x minus 10 bis x-Uhr arbeiten sich die vordersten Teile der Infanterie soweit wie möglich an den Feind heran.

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10./I.R.344 schaltet bei Angriffsbeginn zunächst durch Feuerbindung Feindeinwirkung aus den vor ihrer Front liegenden Bunkern und Stellungen aus und ist nach Einbruch des Btl. in die Bunkerlinie nachzuziehen.

Verst. III./I.R.344 (zunächst ohne 10.Kp.) mit unterstellten Pak.-Zug, Pionier-Stosstrupp und Sturmgeschütz-Batterie nimmt mit 9.Kp. in vorderster Linie als
erstes Angriffziel die Bunker und Feldbefestigungen am Südrand des Flugplatzes, als
zweites Angriffsziel die Befestigungen am Süd- und Westrand von Chandrowo , stößt an Chandrowo vorbei um dann von Norden her als
drittes Angriffsziel Chandrowo zu erreichen. Es gewinnt als
viertes Angriffsziel Markowo und stößt dann weiter vor auf das einzelnstehende Gehöft westlich des Ortes Kilosa.
Verst. 9.Kp. geht, ebenso wie die dahinter folgende 11.Kp., in Stosstrupps gegliedert , lose, schmal und tief vor.
Verst.I./I.R.344 mit Pak-Zug und Pionier Stosstrupp greift tief gestaffelt mit 1.Kp. in vorderer Linie,2. und 3.Kp. dahinter , ebenfalls in Stosstrupps gegliedert, in losen und tiefen Formen ostwärts der Nasija an und gewinnt als
erstes Angriffziel Höhe westlich des Flugplatzes an dem S-Bogen der Nasija an und gewinnt, an Chandrowo vorbeistossend als
zweites Angriffsziel den rechtwinkligen Wald 500 m nordwestlich von Markowo. Erfolgt der Angriff nicht am 14.11. so gliedern sich die Btl. für die Nacht vom 14. zum 15.11. wieder zur Verteidigung und stehen am 15.11. 07:00 Uhr zum Angriff bereit.

11.) Sanitätswesen.

Truppenverbandsplätze bei den Btl. Verwundete werden von den Truppenverbandsplätzen abgeholt durch Hilfskrankenträgerstaffel des Rgt. zum Sammelplatz und Wagenhalteplatz hinter Rgt.-Gef.-Stand. Von dort erfolgt Abtransport durch San-Ka zu einer Krankensammelstelle nach Weisung des Rgt.-Arztes, dort Eisenbahnverladung.
Hilfskrankenträgerstaffel meldet sich am 14.11. 07:00 Uhr beim Reg.-Arzt Dr. Wagenknecht, Truppenarzt I.Btl., dort erfolgt Verteilung auf die eingesetzten Btl.

12.) Veterinärwesen

Pferdesammlestelle in Sawjanka bei Vet.Dr. Weber .

13.) Trosse

Trosse I.Btl. verbleiben mit Führer Vet.Dr. Weber in Slawjanka.Trosse III. Btl. und und Rgt.-Trosse im Waldlager Sologubowka – Sigalowa unter Führung von Hptm. Metzner, der zugleich für den gesamten Nachschub, auch der noch in Toßno befindlichen rückwärtigen Teile, verantwortlich ist. Troß 14.Kp. verbleibt in bisheriger Stellung.
Tornister verbleiben bei den Trossen. Für Nachziehen der Decken sorgt I./I.R.344 selbst, III./I.R. 344 im Einvernehmen mit Rgt. Ib.

14) Munitionsausgabestelle

Slawjanka, Meldung bei Waffenoberfeldwebel Grötzsch, Rgt.Stab.

Einzeltankstelle
Im Waldlager Sologubowka-Signalowa.

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15.) Beendete Bereitstellung ist dem Regiment bis 14.11.1941 08:45 Uhr zu melden.
X-Zeit wird von Division über Regiment befohlen.

16.) Nachrichtenverbindung

Zwischen Divisions-Gefechtsstand und Rgt.-Gefechtsstand stellt großer Fernsprechtrupp a bespannt her.
Im Bereitstellungsraum verbindet Rgt.-Nachr.-Zug durch Draht III. und I.Btl., ersteres außerdem mit Funk.
Für den Verlauf des Gefechts werden weitere Verbindungen hergestellt nach Lage.
Funkstille bei Angriffsbeginn.
Verteilte Betriebsunterlagen treten ab 14.11. 00:00 Uhr in Kraft.

Bedeutung der Leuchtzeichen
Leuchtpatronen weiß = hier sind wir !
Signalpatrone Einzelsterne rot = Feuer vorverlegen !
Signalpatrone Einzelsterne grün = Feind greift an !
Signalpatrone violett oder blau = Panzerwarnung !

Rgt.-Gef.-Offz. Bei Rgt.-Gef.-Stand.

17.) Rgt.-Gef.-Stand
zunächst noch wie bisher bei Wegebrücke 1300m ostsüdostwärts Slawjanka am Dammweg Slawjanka – Woronowo.

18.) Dieser Befehl ist nach dem Angriffsbeginn sofort zu vernichten und die Vernichtung dem Rgt. Ia zu melden.

Verteiler :
I Btl. = 2 (zugl. für Rgt.-Arzt)
III. Btl. = 1
14.Kp. = 1 u.a. (gesamt 12)
1./Pi.223
Gefechtsbericht
Über den Einsatz der 1./Pi.223 am 15.11.1941

Hierzu 1 Skizze

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1) 223 I.D. griff am 15.11.41 nach Bereitstellung die feindlichen Stellungen und Bunkeranlagen in der Linie Woronowo-Poretschje an.
2) 1./Pi. 223 war I.R. 344 unterstellt. Unterkunft der Kp. ab 14.11. Slavianka. (12 km ostwärts von Mag)
3) Angriffsbefehl a) verstärktes III./I.R. 344 Angriffsrichtung rechts der Strasse Poretschje-Chandrowo (blau punktiert eingezeichnet).
Erstes Angriffziel: Bunker und Feldbefestigungen am Südrand des Flugplatzes
Zweites Angriffsziel: Befestigungen am Süd- und Westrande von Chandrowo
Drittes Angriffsziel: Nach Vorbeistossen an Chandrowo Eindringen in Chandrowo von Norden her.
Viertes Angriffsziel: Martowo. In vorderer Linie 9.Kp. mit Stosstrupp 1./Pi.223, nachgeführt II.Kp., rechts davon 10. Kp. zur Ausschaltung der Bunker am Südrand des Flugplatzes durch Feuerbindung, b) Verstärktes I./I.R. 334 Angriffsrichtung links der Strasse.

1.Kp. in vorderster Linie, 2. und 3. Kp. gestaffelt dahinter.

Gliederung der 1./Pi. 223 gemäß Besprechung mit dem Kommandeur I.R. 344:Stosstrupp 1/4/25 mit zwei Flammenwerfern (Führung Lt. Dade) bei 9./344 in vorderster Angriffswelle.Minensuchtrupp 1/2/10 mit Minensuchgerät (Führung Oblt. Mühlbronner) in Poretschje –Chandrowo.Brückenbautrupp 1/25 mit Brückenbaugerät (Führung Fdw. Reppe) in Poretschje bereitgestellt für die Brücke Südausgang Chandrowo.Ausführung.Bereitstellung : Die Bereitstellung der 3. Pi.-Gruppe erfolgte ohne Zwischenfall im tiefen Bett des Nasijabaches in Poretschje beim Gefechtsstand 9./344.Erster Angriffsabschnitt : 7,35 Uhr ging 9.Kp. zum Angriff vor mit 1. und 2. Zug vorn, dann Pi.-Stosstrupp, dahinter 3. Zug. Gliederung des Pi.-Stosstrupps:

1 Handgranatentrupp mit 2 lMG
1 Nebeltrupp
1 Sprengtrupp
1 Flammenwerfertrupp (2 Werfer)
1 Trägertrupp für geballte Ladungen

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Führung Lt. Dade. Der Kp.-Führer, Hptm. Arnold, schloß sich dem Stosstrupp an, um möglichst frühzeitig die Brücke am Südrande von Chandrowo erreichen zu können.
Die 9. Kp. überquerte sehr frühzeitig die Strasse und ging in Schützenreihe links der Strasse vor. In der Skizze ist die gewählte Angriffsrichtung blau eingezeichnet. Vor Erreichen des Waldstückes A feindliches MG-Feuer. Teile der 9.Kp. erreichten Waldspitze, andere Teile blieben auf dem freien Felde liegen. Die beiden Offiziere der Kp. wurden verwundet und fielen aus.
Der Pi.-Stosstrupp kämmte das mit Schützenlöchern versehene Waldstück A durch. Gefallen : Uffz. Claus, OGefr. Russig. Verwundet : Fdw. Holzinger, OGefr. Sliva, Gefr. Ledig, San-Uffz. Müller.
Flammenwerfer 1 wurde auf dem Rücken von Gefr. Wettley von MG-Geschossen zerschlagen und zischte aus. Er musste zurückgelassen werden. Da die 9.Kp. nach links bis in den Gefechtsstreifen der des I./344 vorgestossen war, mischten sich im Waldstück A Teile der 1. und 9. Kp. Links anschließend ging 3. Kp. vor (Oblt. Büttner). Der Rand des Waldstückes B war mit mehreren feindlichen MG besetzt. Desgleichen das deckungslose Feldstück westlich davon. (vermutlich Cap. II). Beim Überschreiten der Wiese zwischen A und B entstanden der Infanterie erhebliche Verluste. Ein Sturmgeschütz musste am Waldrand von B umkehren, weil zwei Mann der Besatzung verwundet oder gefallen waren. Das Artilleriefeuer lag gut und wurde sehr rasch geleitet.

Zweiter Gefechtsabschnitt :

Lt. Brand führte Teile der 1. und 9. Kp. in mehreren Sprüngen über das deckungslose Feld zwischen A und B. Der Pi.-Stosstrupp folgte unmittelbar und konnte in einem langen Sprung den Waldrand erreichen. Vermisst wurde hier der Gefr. Schenke, der vermutlich schon im Waldstück A gefallen ist. Im Waldstück B fand sich ein Grabensystem mit ausgebauten MG-Ständen und 4-Mann Bunkern mit Schießscharten vor. In den Gräben lagen gefallene Russen. Die 3./344 unter Oblt. Büttner erreichte bald darauf ebenfalls den Waldrand B und ging links der 1. Kp. vor. Lt. Brand (1.Kp.) rollte unter heftigem Widerstand der Russen den Graben nordostwärts auf. Lt. Bückner leitete den Einsatz der Granatwerfer gegen die MG-Nester am nordwestlichen Waldrande. Als Lt. Brand fiel, entstand in dem von 1.Kp. dicht besetzten Graben Verwirrung, weil der Russe in diesem Augenblick mit Handgranaten einen Gegenstoss ausführte. Bei dem Versuch, diesen Gegenstoss durch Vorspringen zu halten, fiel Oblt. Büttner (3.Kp.). Rechts des Grabens gingen Teile der 9. und 10. Kp. mit Hurra durch den Wald vor. Der Gegenstoss der Russen konnte dadurch trotz heftigen MG-Flankenfeuers von links und rechts aufgehalten werden. Der Pion.-Stosstrupp setzte bei diesen Kämpfen beide lMG’s ein. Der Flammenwerfer und die gestreckten Ladungen wurden gegen die vorhandenen Feldstellungen nicht eingesetzt, da im weiteren Verlauf des Angriffs mit größeren Kampfanlagen gerechnet werden musste. Uffz. Vetters, Pi.-Stosstrupp, konnte mit lMG-Trupp (wahrscheinlich von 3./344) den weichenden Russen bis C nachstossen. Und dort einen zweiten Vorstoß der Russen durch Handgranaten mit nur wenigen Mann abwehren.

Ein erfolgreiches Nachstossen der Infanterie durch den Wald war nicht möglich, da fast alle Offiziere ausgefallen waren, starke Verluste durch flankierendes MG-Feuer eintraten und die 1.,3.,9.,11., und 12. Kp. auf verhältnismäßig schmalem, aber unübersichtlichen Raume stark durcheinander geraten waren

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Es gelang Hptm. Voigt (I./344) auf Linie C-D eine Kampffront zu bilden und bei Eintreten der Dämmerung die Verbände zu ordnen, desgleichen auf dem rechten Flügel Major Schall (III./344). Bei den MG’s und Granatwerfern trat teilweise Munitionsmangel ein. Ein Teil der lMG’s fiel infolge der Verluste, aber auch infolge der Kälte aus. Ein Mangel an Handgranaten bestand immer. Der Pi.-Stosstrupp half bei der 3./344 mit den mitgeführten Handgranatensäcken aus. Bei den Russen war kein Munitionsmangel und offenbar auch kein Versagen der Waffen durch Einfrieren des Öls festzustellen.

Dritter Gefechtsabschnitt

In der Nacht richteten sich die Btl. auf Linie CD zur Verteidigung ein. Der Pi.-Stosstrupp wurde an der Nord-Westecke eingesetzt und zwar 1 lMG in vorderster Stellung zwischen Resten der 9. und 11. Kp., und der Flammenwerfer und das 2 lMG in einer Bunkergrube. Der Flammenwerfer wurde abwehrbereit gemacht. Die Truppe litt hier stark unter der Kälte. Für den Pi.-Stosstrupp konnte Verpflegung vorgebracht werden. Während der Nacht riss das feindliche Feuer nicht ab. Im linken Waldteil versuchte der Russe vorzustossen.
Gegen Morgen steigerte sich das Feuer der Russen ausserordentlich . Da eine Fortsetzung des Angriffs mit der durch die Verluste und Kälte geschwächten Truppe gegen den gut verschanzten Feind nur wenig Erfolg versprach, wurden die Truppen gegen 6 Uhr in die Ausgangstellung zurückgezogen.

Minensuchtrupp und Brückenbautrupp:

Diese beiden Trupps hatten den Befehl vorzugehen, sobald die Infanterie bis Chandrowo vorgestossen war. Die Truppe stand am 15.11. in Bereitschaft in Poretschje. Während der Nacht wurden die Trupps in der ursprünglichen ersten Linie bei Poretschje zur Abwehr eines eventuellen feindlichen Gegenstosses infanteristisch eingesetzt.

Gez. Arnold

Hauptmann und Kp.-Chef.

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Skizze zum Gefechtsbericht vom 15.11.1941

Woronovo - Poretschje - Chandrowo

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Erfahrungsbericht zum Einsatz des 1./Pi-Stosstrupps beim Angriff der 223 I.R. am 15.11.1941

1 Aufgabe

Der Pi.-Stosstrupp 1/4/25 hatte die Aufgabe, die Kampfanlagen, die am Eingang von Chantrowo vermutet wurden, zu bekämpfen und zu diesem Zwecke mit der 1. Welle der Infanterie (9./344) vorzugehen.

2 Erkundung
Der Ort Chantrowo lag vor der vordersten Stellung reichlich 2 km entfernt. Das Zwischengelände war vom Gegner durch gut getarnte Feldbefestigungen in kleinen Buschstreifen geschützt. Zwischen den Feldbefestigungen lag fast flaches, völlig deckungsloses Gelände. Der Auftrag wurde am Abend vor dem geplanten Angriff erteilt.
Eine Erkundung der Bunkerstellungen war vollkommen ausgeschlossen. Man konnte mit dem Glase nur in der Ferne ein erhöhtes Waldgelände erkennen, in dem die Bunker von der Infanterie vermutet wurden. Unter diesen Verhältnissen blieb nur übrig, mit der Infanterie vorzugehen und während des Vorgehens die erforderlichen Beobachtungen durchzuführen. Zu diesem Zwecke schloß sich der Kp.-Führer dem Stoßtrupp an.

3 Ausführung

a)
Taktisches

Es kann dahingestellt bleiben, ob unter diesen Verhältnissen der Pi-Stoßtrupp mit der 1. oder 2. Welle zweckmäßig vorgeht. Befindet sich der Pi-Stoßtrupp in der 1. Welle, so wird er zwangsläufig in die Kämpfe einbezogen. Die LMG’s verschießen einen Teil Ihrer Munition, Handgranaten werden geworfen, die gestreckten Ladungen sind beim Kampf sehr hinderlich und werden beschädigt, und die Flammenwerfer können zerschossen werden. Erreicht der Stoßtrupp endlich die Hauptstellung des Feindes, dann hat er nicht mehr die erforderliche Stoßkraft. Ich halte es für zweckmäßig, wenn in solchen Lagen mit der 1. Welle nur ein Offz.-Erkundungstrupp vorgeht (mit einigen Handgranatenwerfern), der den Pi.- Stoßtrupp vorziehen kann, wenn es erforderlich scheint.
Der Pi.-Stoßtrupp muß auch einen bestimmten Kampfauftrag haben. Es wird sonst vorkommen, dass die Infanterie bei jedem Hindernis, auf das sie stößt, ruft:“ Pionierstoßtrupp vor!“. Der Pi.-Stoßtrupp ist ja der Infanteriekp. unterstellt . Die Gefahr eines vorzeitigen und unzweckmäßigen Einsatzes der Pi.Kampfmittel liegt sehr nahe.

b) Zusammenstellung

Bei der Zusammenstellung des Pi.-Stoßtrupps darf nicht an Unterführern gespart werden. Eine Verständigung während der Kampfhandlungen ist schwer möglich, die Unterführer müssen gute Verbindung mit dem Stoßtruppführer halten und auch selbständig handeln können.

Seite 13

Der Nachschubtrupp muß mindestens 1/5 stark sein. Belastet man den eigentlichen Stoßtrupp zu stark, so wird er unbeweglich.

c) Ausrüstung


Die LMG’s müssen an der Spitze vorgehen. Das Vorziehen der LMG’s führt zu Stockungen.
Jeder Mann muß genügend Handgranaten und einige Eierhandgranaten (mindestens 6 Stück Stielhandgranaten und einige Eierhandgranaten in den Taschen) mit sich führen.
Das Mitführen der Reservehandgranaten in Sandsäcken um den Hals hat sich sehr bewährt.
Der Flammenwerfer muß abwechselnd getragen werden. Es ist zweckmäßig, den Flammenwerfertrupp 3 Mann stark zu machen, damit bei Ausfall eines Mannes der Flammenwerfer nicht liegen bleiben muß. Der Flammenwerfer muß weiß getarnt sein. Er ragt beim Liegen sehr weit aus der Deckung.


gez.: Arnold

Hauptmann und Kp.-Chef

Seite 14

1./Pi.223 O.U. den 24.11.1941

An
Btl.
Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 18.11. bis 21.11.1941


18.11. Szigolowo.
Ausbau und Verbesserung der Quartiere. Die Kp. sollte AA.256 in Karusselji ablösen. Erkundung des Anmarschweges, der Unterbringung und der Stellung durch Hptm. Arnold. In Lesja wurde mit 5 Pionieren der Kp. ein Sägewerk wieder in Betrieb gesetzt. Das Kommando verblieb in Lesja.

19.11. Szigolowo.
Quartier- und Stallausbau. Befehl zur Teilnahme an einem Stoßtrupp bei 2./385. Die von Hptm. Arnold erkundete und vorgeschlagene Anlage des Stoßtruppunternehmens wurde von Major Kretzschmar I./385 angenommen. In der Nacht zum 20.11. weitere Erkundungen und Festlegen einer Minengasse durch das vor der deutschen Stellung liegende T - und S Minenfeld.

20.11. Mischkino.
Das Stoßtruppunternehmen wurde am Abend des 20.11. planmäßig und erfolgreich durchgeführt. Stärke des Pi.-Stoßtrupps: 1/7. Stoßtruppführer: Uffz. Vetters. Die 2./385 beteiligte sich mit 2/9 (Führung Fdw. Moschek).
Es gelang dem Pionierstoßtrupp, dem sich 1 Uffz. von 2./385 angeschlossen hatte, in die feindliche Stellung einzubrechen und 3 MG-Bunker zu sprengen. Handgranatenkampf mit den zurückweichenden Russen.
Über den Stoßtruppeinsatz vergl. besonderen Gefechtsbericht. Kostowo. (8 Km südlich Schapki).
Die Kp. erhielt Befehl, die an der Straße Kostowo - Wenjapolowa
- Pogostje liegenden Behelfsbrücken auszubauen.
8,3o Uhr Abmarsch in Szigolowo auf 5 Lkw's, Eintreffen in
Kostowo (25 km} 12,oo Uhr. Unterbringung in Baracken des SS-La-
gers. Erkundung der Baustellen durch den Kp.-Chef, Ausbau des
Notquartiers. Der Troß verblieb in Szigolowo, außer Lkw, Pkw
und Feldküche.

21.11. Kostowo.
Nach der Erkundung sind 5 Notbrücken, die z.T. eingefallen, z.T. von Partisanen gesprengt sind, als 16 to - Brücken für Dauerverkehr auszubauen. Beginn der Arbeiten an den Brücken 1 und 2, 6 km ostwärts Kostowo. Der Unterbau wurde verstärkt, der Belag (Rundholz) erneuert. Es fehlte an Bolzen, Bandeisen, Nägeln. Arbeitszeit 7,3o bis 16,00 Uhr durchgehend. Ein Umgehungsweg wurde angelegt.

Seite 15

1./Pi.223 O.U., den 23.11.1941, 19:00 Uhr



Gefechtsbericht über das Stosstruppunternehmen der 1./Pi.223 gemeinsam mit 2./I.R. 385 bei Mischkino am 20.11.1941

Auftrag :
1.) Vor dem Abschnitt der 2./I.R 385 (an der Bahnlinie Mga- Tischwin-bei Mischkino) ist die Lage der feindlichen Stellungen und die Zahl der Bunker festzustellen.
2.) Es sind möglichst Gefangene einzubringen.

3.) Die Bunker sind durch geballte Ladungen zu zerstören.

Ausführungen:

Leitung des Unternehmens: Führer I./I.R. 385 (Major Kretschmar). Erkundung des Geländes am 19.11.41 vormittags durch 1./Pi. 223 (Hptm. Arnold), Uffz. Vetters, Gefr. Tukai). Hptm. Arnold machte als Leiter des Unternehmens Vorschlag über den Weg des Stosstrupps, der angenommen und später auch eingehalten wird (siehe Skizze). Führung des Stosstrupps : Fw. Moschek, 2./I.R. 385. Ausführung geplant für die Nachmittagsstunden des 20.11.41; der Feind soll überrascht werden.
In der Nacht vom 19. zum 20.11.1941 stellte Uffz. Vetters mit zwei Pionieren mit Minensuchgerät fest, dass eine Minenfreie Gasse zwischen Eisenbahn und eigenem Minenfeld links der Bahn vorhanden ist. (Der Minenplan befand sich nicht mehr bei der 2./I.R. 385).
Für das Unternehmen am 20.11.41. waren der 2./I.R.385 zugeteilt je eine Batterie schwere und leichte Feldhaubitzen , 2 Pakgeschütze , 2 s.M.Gs und einige Grantwerfer .

Der Stosstrupp bestand aus 2/9 vom 2./I.R. 385 un 1/7 von 1./Pi. 223 (Uffz. Vetters und die Gefr. Tukai , Woigk, Sättler, Meilik und die Pioniere Illigner, Zeddel, Achatz)
Ausrüstung der Pioniere : Handgranaten, Nebelhandgranaten und 8 Stück 3.kg.-Ladung.
Beim Antreten des Stosstrupps um 16:00 Uhr feuerten zwei leichte und schwere Artillerie sparsam aber treffsicher eine Feuerglocke auf russische Stellungen, die Pak und die Granatwerfer beschossen die erkannten Bunker und die s.M.Gs. bestrichen das Gelände zwischen den Bunkern und feuerte auf auftauchende sonstige Ziele. Der Feind schoss während des Vorgehens des Stosstrupps nur ganz vereinzelt mit Gewehr, M.G. und Granatwerfer. Die Spitze des Stosstrupps (Uffz. Vetters) erreichte zunächst rund 180 m vor der HKL eine Buschreihe und durchschritt diese in einer Lücke. Der hinter Vetters vorgehende Fdw. Moschek trat hier auf eine russische Mine, wurde schwer verwundet und durch zwei Pioniere zurückgebracht. Vetters ging mit 5 Pioniern und 1 Infanterieuffz. noch rund 20 m bis in die russischen Gräben vor und sprengte hier 3 als MG-Stände ausgebaute überdachte Holzbunker. Bei der Sprengung wurden die Decken abgehoben und die Bunker vollständig zerstört. Auftauchende Russen wurden durch Handgranaten und M.P.-Feuer vertrieben. Sie flohen in einen Laufgraben und dann in einen Tunnel unter der Eisenbahn nach rechts. Der Feind warf über den Bahnkörper hinweg Handgranaten.



Seite 16


Die Pioniere warfen daraufhin ebenfalls Handgranaten über den Eisenbahndamm. Es war inzwischen vollständig finster geworden. Der Stosstrupp kehrte ohne weitere Verluste 16:40 Uhr in die Ausgangsstellung zurück. In der Schlussbesprechung stellte Major Kretschmar fest:
1.) Die vordersten russischen Gräben sind gut ausgebaut , aber nur schwach besetzt.
2.) Der Feind hat vor seine Stellungen Schützenminen gelegt.
3.) Das Feuer der Artillerie und der schweren Infanteriewaffen lag sehr gut; die durch Leuchtmittel erbetenen Verlegungen des Feuers wurden sofort einwandfrei durchgeführt.
4.) Major Kretzschmar sprach dem Uffz. Vetters und den Pionieren für die umsichtige und schneidige Durchführung des Unternehmens seine vollste Anerkennung und seinen Dank aus.

Arnold

Hauptmann u. Kp.-Chef





Seite 17

Skizze zum Gefechtsbericht vom 20.11.1941

Mischkina mit Minenfeldern

Seite 18

Kdo. 223 Inf.Div. Div.Chef.St..,den 29.11.1941
IIa/Az.:13/41
Kr/

SONDERBEFEHL

Annerkennung :

1.) Als Komp.-Chef bezw. Zugführer haben am 15.11.1941 Oberleutnant Büttner und Leutnant Barth die Angiffspitze des I./I.R. 344 mit besonderem Schneid geführt und sind beide beim Aufrollen des russischen Grabens gefallen. In Ehrfurcht und stolzer Trauer gedenkt die Division dieser und aller anderen Tapferen, die seit Beginn des Osteinsatzes ihre Pflichterfüllung mit dem Heldentod besiegelten.

2.) Als Führer von Spähtrupps zeichnete sich am 22. und 24.11.41 der Feldwebel Herzog, 5./I.R. 344 besonders aus.

3.) Der Gefreite Schröder, 1./I.R. 385 nahm im stärksten Abwehrfeuer am 15.11.1941 in stehendem Anschlag vor dem Drahtverhau die Bunkerscharte unter Feuer, weil anders keine Wirkung zu erzielen war. Er wurde schwer verwundet.

4.) Feldwebel Wustmann, 4./I.R.385, gab am 20. und 26.11.1941 bei Stosstruppunternehmungen hervorragende Beispiele der Tapferkeit.

5.) Vorbildlichen Mut und außerordentliche Kühnheit bewies Gefr. Kühn, 6./ I.R.385 beim Einbruch und in der Vernichtung mehrerer Bunker. Er wurde im Verlauf des Gefechts verwundet.

6.) Feldwebel Steimer, 3./Pi.Btl. 223 hat am 12.11.1941 den in das "Wespennest " eingedrungenen Feind schneidig mit seiner Gruppe bekämpft und zurückgeworfen.

7.) Uffz. Vetters , 1./Pi.Btl. 223 entminte unter rücksichtslosem persönlichen Einsatz am 20.11.194 eine Gasse für den Stosstrupp und sprengte 3 russische Bunker durch geballte Ladungen.

Ich spreche den Genannten für ihre besondere Leistung meine besondere Anerkennung aus.

Verteiler
C

Seite 19

Notizen für Kriegstagebuch 21.11.1941

1te Meldung Kostowo 15:15
Hptm. Arnold 1./Pi.Btl 223

An I AK (Ia)

An der Straße Kostowo – Pogostje liegen 5 Brücken. Es handelt sich um Notbrücken, die für Dauerverkehr nicht geeignet sind. 2 Brücken liegen etwa 6 km ostw. Kostowo, 2 Brücken in Wenjapolowa und 1 Brücke in einem Minenfeld ostw. Von Wenjapolowa.

Zustand der Brücken

1.) Bei der größeren Brücke Nr.1 ostw. von Kostowo ist der Unterbau teilweise zerbrochen. Der Belag (Rundhölzer) ist ebenfalls beschädigt und liegt nur noch lose auf. Rödelung ist nicht mehr vorhanden.
2.) Brücke 2 ostw. Kostowo hat beschädigten Belag und ist nicht mehr gerödelt.
3.) Brücke 3 in Wenjapolowa hat zu schwachen Unterbau und kann jederzeit zusammengeschoben werden.
4.) Brücke 4 in Wenjapolowa wie Brücke 2.
5) Brücke 5 (Minenbrücke) ostw. von Wenjapolowa muß ganz erneuert werden.


Bei Herstellung der Brücken muß der Verkehr aufrecht erhalten werden.
Material kann an Ort und Stelle genommen werden (Die Kompanie hat Pi-Sägen)
[...]

Vorläufig werden die Brücken und vorhandenen Beläge gerödelt.
Erforderliche Arbeitszeit geschätzt 8 Tage benötigt 1 LKW 2 ½ to. zum transportieren von Baustoffen und Mannschaften. Die bei der Kompanie vorhandenen LKW reichen für die 5 Baustellen nicht aus. (Baubeginn spätestens am 23.11.41 früh!)

Verpflegung sollte mit eigenem [...] aus Szigalowo (beim Batl.) geholt werden 25 km

Unterbringung der Kompanie in Baracken der SS-[...] in Kostowo

Die Kompanie ist über [...] fernmündlich zu erreichen

Arnold
Hauptmann und Kompaniechef.

[...] = unleserliche Lücken

Seite 22



O.U., den 25. 11. 1941

An Btl.

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch für die Zeit vom 22. 11. bis 25.11. 1941.

22.11. Kostowo.
Fortsetzung der Arbeiten an den Brücken 1 und 2, Beginn der Arbeit an der Brücke 3 in Wenjapolowa ( 15 km ostw. Kostowo). Der Lkw der 1. Kp. wurde zum Antransport der Mannschaften und der Stämme angesetzt. Das Holz wurde mit 2 K-Sägen geschnitten.

23.11. Kostowo.

Fortsetzung der Arbeiten an den Brücken 1,2 und 3. Vom I.AK wurde ein zweiter Lkw zur Verfügung gestellt. der aber zunächst in Mga von der Kp. erkundetes Rundeisen für die erforderlichen Bolzen heranbringen mußte. Es stand sonst keinerlei Material zur Verfügung. Auch die Nägel mußten in der Feldschmiede selbst geschmiedet werden.
Die Kp. erhält die ersten vier EK II für den Angriff am 15.11.41: Lt. Dade, Fdw. Holzinger, San.-Uffz. Müller, OGefr. Kuchenbecker, überreicht durch Oberstltn. Pötschke-. Urlauber treffen bei der Kp. ein.

24.11 Kostowo.

Fertigstellung der Brücken 1 und 2, 6 Km ostw. Kostowo.
Wnjapolowa.
Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 3 und Beginn der Brücke 4 in Wenjapolowa.
Beginn der Brücke 5, 1 km nordostw. von Wenjapolowa.
Die beiden Lkw mußten das Baumaterial 12 km weit heranholen.
2 bespannte Fahrzeuge wurden von Szigolowo nach Kostowo nach-
gezogen.

25.11. Kostowo.
Instandsetzung der 6 km langen Wegstrecke zwischen Kostowo ostw. bis Brücke 1. Letzte Arbeiten an Brücken 1 und 2 . Wenjapolowa.
Fertigstellung der Brücken 3 und 4 bis auf einige Verbolzungen. Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 5, 1 km ostw. Wenjapolowa.

Seite 23

Notizen für Kriegstagebuch Kostowo 25.11.1941

7:15 Uhr

Pi Btl. 223

1 Die Arbeiten an den Brücken werden planmäßig fertiggestellt., Zu den gemeldeten 5 Brücken ist eine sechste Brücke hinzugekommen.
2 Durch das Korps wurde der Kp. Seit 23.11. ein LKW zur Verfügung gestellt. Die beiden vorhandenen Lkw’s reichen aber nur knapp zur Beförderung des Materials aus (Antransport der Stämme bis zu 20 km
3 Rundeisen für Bolzen hat sich die Kp. Selbst beschafft. Es fehlt aber dringend an Schmiedekohle. Kann die 1.Pi.Kol. Schmiedekohle liefern ?
4 der Bestand der Kp. An Nägeln ist aufgebraucht (einschl. der in den Werkzeugkästen mitgeführten Nägel). Die Kp. bittet um bevorzugte Lieferung vonNägeln, wenn das Btl. Nägel erhalten sollte.
5 Über die voraussichtliche Fertigstellung wird die Kp. Noch berichten.
6 Am 23.11.wurden in Kostowo von der SS drei Partisanen und am 24.11. in Wenjapolowa fünf Partisanen gefangengenommen und erschossen.



Arnold

Hauptmann und Kp.-Chef

Seite 24

Notizen für Kriegstagebuch Kostowo 26.11.1941


1./Pi. 223



Betr. Brückenbau zwischen Kostowo und Pogostje

1.) Zu den in Meldung 1 angegebenen Brücken ist noch eine 6. Brücke hinzugekommen, die zusammengebrochen ist und neu hergestellt werden muß(ostw. Wenjapolowa).
2.) Die Arbeit an den Brücken wird am 30.11. abends beendet sein, also nach insgesamt 9 Arbeitstagen. Voraussetzung hierfür ist, dass keiner der beiden Lkw ausfällt.
3.) Sämtliches Brückenbaumaterial (schmiedeeiserne Nägel, Bindedraht, Rundeisen, eiserne Bolzen, Klammern usw.) wurde von der Kp. in der Umgebung selbst erkundet, herbeigeschafft und geschmiedet. Das Holz mußte mit dem Lkw bis zu 15 km weit herangeschafft werden.
4.) Es wird vorgeschlagen, im Anschluss an den Brückenbau schlechte Wegstellen auszubessern. Die ersten 6 km von Kostowo ostwärts habe ich mit gutem Erfolg bereits ausgebessert. Für die Ausbesserung ist jetzt die beste Zeit, ehe neuer Schneefall einsetzt. Z.Zt sind noch tiefe Schlaglöcher vorhanden, durch die täglich Verluste an Pferden und Fahrzeugen eintreten.
Für die Ausbesserung der restlichen rund 20 km langen Wegstrecke benötige ich mit meiner Kp. 4 volle Arbeitstage. Auch hierfür ist Voraussetzung, dass keinerder beiden Lkw ausfällt.
5.) Falls mein Vorschlag - die Wegeausbesserung betreffend - angenommen wird, bitte ich um Bewilligung eines Ruhetags, damit Waffen und Gerät in Ordnung gebracht werden können. Den Ruhetag würde ich nach Beendigung des Brückenbaus einschieben.

Seite 25

1./Pi Btl. 223 --------------------- O.U. den 30.11.1941

7:00 Uhr

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch für die Zeit vom 26.11. bis 29.11.1941



26.11. Wenjapolowa.
Endgültige Fertigstellung der Brücken 3 und 4. Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 5, 1 km ostw. Wenjapolowa. Beginn der Arbeiten an Brücke 6, 6 km ostw. Wenjapiowa (ver-mintes Gelände).

Kostowo.
Fortsetzung der Wegebauarbeiten 6 km ostw. Kostowo. Erkundung von Rundeisen für Bolzen und Klammern in Pogostje.

27.11 Wenjapolowa.
Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 5 ( 1 km ostw. W.). Die Streckbalken sind verlegt, mit Belageindecken wird begonnen. Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 6, die Streckbalken sind zum Teil verlegt.

28.11. Kostowo.
Wegebauarbeiten ostwärts Kostowo.
Der zugeteilte Lkw fällt in Folge Motorschadens aus.
Uffz. Vetters erhält für das Stoßtruppunternehmen am 20.11.41
das EK II

29.11. Wenjapolowa.
Fertigstellung der Brücke 5 ( 1 km ostw. W.). Fortsetzung der Arbeiten an Brücke 6.
Verlegen und Verstärken der Streckbalken, Anfuhr des Belages. Kostowo.
Wegebauarbeiten. Wenjapolowa.
Fertigstellung des Belages an Brücke 6. Kostowo.
Instandsetzung von Waffen und Gerät.
Fdw. Holzinger, Gefr. Ledig, Uffz. Müller, Uffz. Sliva erhalten das Verwundetenabzeichen in schwarz. Unterricht über russische Minen.

Seite 26

1./Pi. 223 ------------ O.U. den 30.11.1941


Betr. : Brückenbau Kostowo - Pogostje.
Anlage: 1 Bericht mit Skizze

An :

I. AK. (Ia.)

Anbei überreicht die Kp. den Schlussbericht. Die Brücken sind fertiggestellt. Zwischen Kostowo und Wenjapolowo wurden zahlreiche schadhafte Wegestellen ausgebessert, soweit das ohne Steinmaterial möglich war.
Pi.Btl. 223 teilte der Kp. mit, daß die Kp. zu anderen Aufgaben dringend benötigt wird.
Die Kp. wird deshalb die Wegeausbesserungen am 1.12. abschließen, wenn sie durch das I.AK. keinen anderen Befehl erhält. Ich bitte, für den Rücktransport der Kp. am 2.12. nach Szigalowo Lkw's zur Verfügung zu stellen. Transportstärke 102 Mann.


Handschriftliche Antwort :

An 1./Pi. 223

Mit Absicht einverstanden

Seite 27

Lage Skizze

Kostowo - Wenjapolowa - Pogostje November 1941

Seite 28

Pi Btl 223 Btl. --------------------- Gef. St., den 1.12.1941

An 1 Komp.:

Die Komp. tritt am 2.12.1941 zum Btl. zurück. Der Abtransport erfolgt durch 8 Lkw.
Eintreffen der Lkw : am 2.12.41, 10:00 Uhr in Kostowo
Ein Lkw zum Verlasten der Feldküche ist vorgesehen.
Kradmelder und Beifahrer bleiben bis zum 2.12.41 vormittags bei der Kp.
und sind am 2.12.1941 bei Tagesanbruch in Marsch zu setzen.

gez. Pötschke

Seite 29

1./Pi.223 ---------------- O.U. den 1.12.1941

Betr. Brückenbau Kostowo - Pogostje

An I. AK Ia

Schlussbericht

Über die Ausführung von Brückenbauten auf dem Wege von

Kostowo - Wenjapolowo - Pogostje

Ausführung : 1.Pi/Btl.223

Zugeteilt : 1 Lkw des I.R. 425 vom 24.11. bis 27.11.1941. Ab 28.11 fällt der Lkw durch Motorschaden aus.
Beginn der Arbeit : 21.11.1941
Beendigung der Arbeiten : 01.12.1941
Es wurden 6 Brücken hergestellt (siehe Lageplanskizzen)
Hiervon: Brücke 1 und 3 Unterbau verstärkt und Belag erneuert
Brücke 2,4,5 und 6 vollständig neu gebaut.
Das erforderliche Bauholz wurde mit dem Lkw der Kp. und dem zeitweise zugeteilten Lkw durchschnittlich 7 km weit herangeschafft, teilweise wurde das Holz mit Ketten-Sägen selbst gefällt.
Verarbeitet wurden :
für den Unterbau : 450 lfd. m Rundholz, durschnittlich 30 cm stark
für den Belag : 4500 lfd. m. Rundholz, durschnittlich 12 cm stark
für Rödelung : 250 lfd. m. Rundholz, durschnittlich 20 cm stark
für Geländer : 300 lfd. m. Rundholz, durschnittlich 12 cm stark
Zusammen : 5500 lfd. m. Rundholz.
Die Verbindung der Hölzer des Unterbaus erfolgt durch eiserne Klammern. Die Rödelung erfolgt durch starke Drahtrödel mit Keilen und zusätzlichen Verbolzung an den Stößen.
Sämtliches Eisenzeug wurde von der Kp. selbst beschafft. Die Arbeiten wurden ausgeführt, ohne dass der Verkehr unterbrochen werden musste.
Zusätzlich wurden Wegeausbesserungen ausgeführt, besonders zwischen Kostowo und Brücke 2 und zwischen Brücke 5 und 6.
In Pogostje wurde eine schadhafte 7 Brücke ausgebessert.
Unterhaltung:
Es ist notwendig, dass die Brücken von Zeit zu Zeit (in Abständen von drei Wochen) überprüft werden, weil der verwendete Rundholzbelag sich früher lockert als normaler Pfostenbelag.

Arnold
Hauptmann u. Kp.-Chef

Seite 30

Lage Skizze

Erkundung der Brücken am 07.12.1941 bei Torgolowo und Mischkino

Seite 31

1./Pi. Btl. 223 ---------------------------------------------- O.U., den 04.12.1941, 18:30 Uhr

An Btl.
Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 30.11 bis 3.12.1941

30.11. Wenjapolowo

Fertigstellung der Brücke 6 (6 km ostw. von Wenjapolowo) Uffz. Kröwing

Kostowo
Wegebauarbeiten zwischen Kostowo und Brücke 1 (Oblt. Mühlbronner). Quartiermacher werden nach Szigalowo vorausgeschickt. 3/8

1.12. Wenjapolowo

Fertigstellung der Zu- und Abfahrt der Brücke 5 (1 km ostw. Wenjapolowo), Fdw. Reppe. Herstellung eines neuen Geländers bei Brücke 7, Uffz. Sliva. Strassenbauarbeiten zwischen Brücke 5 und 6 , Fdw. Reppe

Kostowo
Strassenbauarbeiten zwischen Brücke 1 und 2 und ostw. davon (Lt. Dade). Beendigung des Brückenbauauftrags (siehe Schlussbericht v. 1.12.41 mit Skizze)
Verleihung des EK II an Gefr. Meilick für das Stosstruppunternehmen am 20.11.41.
Beförderung von Uffz. Rieger zum Feldw. und der Gefr. Sättler und Tukai zum Uffz.
Adventsfeier in der Mannschaftsbaracke

2.12. Kostowo

Verladen des Geräts in Kostowo. 10:30 Abtransport in Kostowo mit Lkw. 13:00 Eintreffen in Szigalowo, Troß 17:30 . Einrichten der Quartiere in einzelnen Häusern.

3.12. Szigalowo

a) Minenräumkommando nach Karbusselj 1/5 (Uffz. Mäke)
b) Brückenbaukommando Tortolowo 1/4 (Uffz. Sliva)
c) Sägewerksmommando in Lesja 1/4 (Uffz. Lange)
d) Kommando zur Gewinnung von Holzkohle 1/1/12 (Lt. Dade)
e) Kommando zum Bau von Schlitten 1/6 (Uffz. Adler)
f) Kommando zum Bau einer Werkstatt und Ausbau des Geräteraums 1/12 (Uffz. Kröwing)
Offz. v. Ortsdienst 1/6
Gefangenenwache -/6
Kp.-Wache 1/6
Rest der Kp. Quartierausbau 2/8/61

Gesamt : 4/16/122

Seite 32

1./Pi. Btl. 223 ---------------------------------------------- O.U., den 08.12.1941, 18:30 Uhr

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 04.12 bis 07.12.1941

4.12. Szigalowo

1.) Kommandos : Sägewerk Lesja
Minensuchtrupp Karbusselj
Holzkohlegewinnung Szigalowo
Schlittenbau Szigalowo
2.) Wachen : Gefangenenwache , Kp. Wache.
3.) Quartierausbau bei sehr enger Belegung
4.) Erkundung einer B-Stelle westlich Mischkino

5.12. Szigalowo.

1.) Kommandos : wie 4.12,
2.) Wachen : Kp.-Wache.
3.) Quartierausbau in Szigalowo (2 Gruppen)
4.) Ausbau von Artilleriestellungen.
Es wurden Erdsprengungen durch für Unterstände durchgeführt, Bäume mit der K-Säge gefällt und und Unterstände ausgebaut,
bei Art.Abt. 850 westl. Station von Apraskin
bei Art.Abt. 846 südl. Slavianka
bei Art.Abt. 809 westl. Mischkino, Bau eines Hochstandes

6.12. Szigalowo

1.) Kommandos : wie 4.12,
2.) Wachen : Kp.-Wache.
3.) Quartierausbau nur 3 Mann
4.) Ausbau von Artilleriestellungen wie am 5.12.
Hierzu : I.A.R. 106 südwestl. von Apraksin.

7.12. Szigalowo

1.) Kommandos : wie 4.12,
2.) Wachen : Kp.-Wache.
3.) Quartierausbau und Bau von Pferdestellen für 2. Kp. in Szigalowo.
Infolge grosser Kälte fallen die von der Artillerie gestellten Kfz. für den Transport der Mannschaften teilweise aus.
Erkundung durch Kp.-Chef bei I./I.R. 425 (Major Marx).

Seite 33

1./Pi. Btl. 223 ---------------------------------------------- O.U., den 12.12.1941, 07:30 Uhr



Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 08.12. bis 10.12.1941

8.12 Szigalowo

1.) Kommandos : Sägewerk Lesja 1/4
Minensuchkommando Kabusselj 1/5
Holzkohlegewinnung Szigalowo 1/8
Schlittenbau Szigalowo -/4
Art.-Beobachtungsstand Mischkino 1/1/5
gesamt 1/4/26

2.) Wachen : Offz. v. Ortsdienst 1/-/-

Ortswache 1/6
Gefangenenwache -/6
Kp. Wache 1/6
gesamt 1/2/18

3.) Quartierbau Bau eines Gemeinschaftsbunkers 2/18

Ausbau Haus 61 (3.Zug) 1/10
Holzfällen 1/12

Geräteinstandsetzung und Arbeitsdienst
Erkundung einer Brücke bei Hp. Michajlowski (siehe besonderen Bericht)

9.12 Szigalowo


1.) Kommandos : Sägewerk Lesja 1/4
Minensuchkommando Kabusselj 1/5
Holzkohlegewinnung Szigalowo 1/8
Schlittenbau Szigalowo -/4
Art.-Beobachtungsstand Mischkino 1/1/5
gesamt : 1/4/26

2.) Wachen : Kp. Wache 1/6

3.) Quartierbau Gemeinschaftsbunker 2/17
Ausbau Haus 61 Fertigstellung 1/8
Ausbau Haus 70 1/12
Holzfällen 1/15
Geräteinstandsetzung und Arbeitsdienst
Der Art. Beob.Stand bei Mischkino ist in der Nacht vom 8. zum 9. 12. fertiggestellt. (A.R. 809)

10.12. Szigalowo


1.) Kommando wie 8.12. 3/21
2.) Wachen : Kp. Wache 1/6
3.) Quartierbau Gemeinschaftsbunker 1/17
Ausbau Haus 70 1/7
Ausbau Haus 46 1/9
Ausbau Haus 49 1/6
Latrinenbau 1/5
Holzfällkommando 1/10

Geräteinstandsetzung und Arbeitsdienst
Beim Hausbau werden bisher unbewohnbare Häuser durch Einziehen von Rundholzdecken bewohnbar gemacht.
Das Minenräumkommando 1/5 tritt zur Kp. zurück.

Arnold

Hauptmann u. Kp. -Chef

Seite 34

1./Pi. 223 -------------------------------- O.U., den 9.12. 1941
15,00 Uhr.

Betr.: Erkundung der Brücke
1 km westl. Hp. Michajlowskij.

An
Pi. Btl. 223

Länge der Brücke: 30 m Fahrbahnbreite: 3,50 m
Nach Osten und Westen anschließend je 70 m Erddamm mit Knüppel-
belag ca. 4,5o m breit.
Die Brücke führt über Moorgelände.
100 m ostwärts der Brücke verengt sich die Straße zu einem Hohlweg, Breite im Hohlweg etwa 4,5o m.

Brückenskizze

Brückenbau durch das 1/Pi 223

a.) Eine Verbreiterung der Brücke um 1 m
ist möglich, ohne den Unterbau wesentlich zu ändern.

b.) Eine Verbreiterung der Brücke um mehr als 1m.
hätte nur Zweck, wenn der beiderseits anschließende Erddamm mit
Knüppelbelag ebenfalls entsprechend verbreitert werden könnte.
Bei dem herrchenden Frost wäre diese Verbreiterung nur durch
Umfangreiche Erdsprengungen und Antransport der Ermassen möglich
Die hierbei aufgewendete Arbeit entspricht nicht dem erzielten
Nutzen.

c.) Der Bau einer neuen Brücke neben der alten
erfordert ebenfalls die Anlage von Erddämmen und ist deshalb z.Zt kaum durchführbar.
Der Vorschlag unter a.) (Verbreiterung um 1 m) erscheint dagegen zweckmäßig und durchführbar. Es erfordert aber ebenfalls umfang-reiche Arbeiten. Benötigt werden:
300 Stück gleichmäßig starke Rundhölzer als Belag. In der Nähe der Brücke ist geeignetes Holz nicht vorhanden. Antransport durch bespannte Schlitten. Die Stämme müssen mit der Axt einzeln behauen werden. Pfosten sind nicht vorhanden. Das Geländer und der alte Belag müssen abgebaut werden. Neben den vorhandenen Eisenbahnschienen sind 60 m Schienen neu zu verlegen. Sämtliches Eisenzeug muß beschafft und selbst geschmiedet werden. Die Verbreiterung kann nur stückweise und unter Aufrechterhaltung des Verkehrs erfolgen.

Die Rödelung erfolgt stückweise provisorisch, und erst dann endgültig.
Erforderliche Arbeitskräfte: 2 Züge
Geschätzte Arbeitsdauer : 12 Tage

Seite 35

Brückenbau

Brückenbau durch die 1/Pi 223

Seite 36

Brückenbau

Brückenbau durch die 1 Pi 223

Seite 37

1./Pi. 223 ---------------------------------------------------------O.U., den 10.12.1941

Betr.: Hochstand AR 809

An Btl.


Die 1. Kp hat den Beobachtungsstand ostw. Station Aprakain in der Nacht vom
8.12.41 zum 9.12.41 fertiggestellt.


Arnold


Hauptmann und KP.-Chef

Hochstand

Hochstand zur Beobachtung bei Apraksin

Seite 38

1./Pi 223--------------------------------------------------O.U. den 16.12.1941

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
Für die zeit vom 11.12.1941 – 15.12.1941

11.12.1941 Szigalowo.

1. Zug bei I.R. 385 im vorderster Stellung zum Stellungsausbau. Führung: Fdw. Kröwing. 3/24
2. Zug bei I.R. 425 zum Stellungsbau, Führung: Fdw. Reppe 3/22
über Einsatz besonderer Bericht vom 11.12.
Verst. 3. Zug: Sägewerk Lesja 1/4
Im Szigalowo: Ortswache: 1/6
Meilerbau 1/8 Kp.-Wache: 1/6
Schlittenbau -/4 Gefangenenwache: -/6
Offzz v.Orstdst. 1/- /- Bunkerbau
Der 3. Zug bildet Divisionsreserve.
Erkundung eines Gefangenenlagers durch Kp.-Chef (bes.Ber.v.11.12.).

12.12.1941 Szigalowo. wie 11.12.41.

Erkundung eines Gefangenenlagers durch Kp.-Chef (bes.Ber. v. 12.12.) Der Minensuchtrupp 1/5 Uffz. Mäke rückt wieder mach Turischkino.

13.12.1941 Szigalowo.

1.Zug bei I.R. 385: Ausbau von Grabenbunkern 3/24
2.Zug:bei I.R. 425: Ausbau des vorderstem Grabens. Einsatz als Inf. bei Abwehr feindlichen Stoßtruppunternehmens 3/22
Verst. 3. Zug: Kommandos: Minensuchtrupp Turischkino 1/5. Es werden Minen aufgenommen, die durch Partisanen verlegt worden waren (bes. Ber. v. 17.12.41).
Sägewerk Lesja 1/4
0rtskdtr. Turischkino 1/2
0rtskdtr. Dorf Mga
Kommandos : 2/13

Kranke, meist Erfrierungen: 1/15

Einsatz im Szigalowo: Meilerbau 1/3 Schlittenbau -/2 Wache 1/6
Bunkerbau und Geräteinstandsetzung 1/13 Melder u. Kraftfahrer -/3
Offz.: 3/-/- _
Einsatzstärke 3.Zug: 3/3/27

14.12.1941 Szigalowo

Einsatz der Kp. wie am 13.12.
Erkundung der Brücke im Tortolowo (Lt. Dade - Bes.Ber.v. 15.12.41). Erkundung des Minenfeldes vor I.R.385 (Oblt.Mühlbronner,bes.Ber.16.12)
Teile der Kp. waren im Abschnitt der 2./I.R.385 bei der Abwehr eines russischem Angriffes und bei einem Gegenstoß beteiligt, bei dem 1 Flammenwerfer erbeutet umd 3 Gefangene gemacht wurden. (Bes. Meldung vom 14.12.41)

15.12.1941 Szigalowo.

Einsatz der Kp. wie am 14.12. Der 1.Zug, Fdw. Kröwing, ist seit 11.12. bei I.R. 385 in Gruppen zu 5 Mann bei den Kp. im vorderster Linie untergebracht. er hat vorhandene Bunker auszubauen und neue anzulegen.
Der 2. Zug, Fdw. Reppe, ist seit 11.12. bei I.R.425 geschlossen in der Nähe des Gef.-Standes I. Btl. in 2. Linie untergebracht. Er hat nachts im vorderster Stellung die Schützengräben zu vertiefen.

Seite 39

Für Kriegstagebuch

1./Pi 223---------------------O.U. den 11.12.1941,11:15 Uhr
Betr. Kriegsgefangenenlager

An Pi.Btl 223



Auftrag: Erkundung der Lage und Berechnung des Materialbedarfs für ein Kriegsgefangenen-Durchgangslager für 10000 Mann.
Vorläufige Berechnung:
Raumbedarf:
a.) Engste Belegung: 1 Mann = 1 qm ( 0,5 x 2,oo m )
b.) Belegung einer Normalbaracke von 10 x 25 m Grundfläche bei
4 Lagerreihen und 2 schmalen Gängen (siehe Skizze): = 250 Mann.
c.) Für 10000 Mann werden demnach 40 Gefangenenbaracken benötigt. Hierzu Küchen, Aborte, Waschräume und Säume für die Bewachung, Verpflegung und Verwaltung.
Vorschlag I, Lieferung von Brettbaracken aus der Heimat.
a.) Lieferzeit:
Die Herstellung/Baracke erfordert etwa 200 Arbeitstage.
40 Gefangenenbaracken erfordern 8 000 Arbeitstage.
Die Baracken für Küchen, Aborte, Verwaltung
usw. : 2 500 Arbeitstage.
Insgesamt sind erforderlich: 10 500 Arbeitstage.
oder: Bei Übertragung der Baracken an eine sehr leistungsfähige Holz-Großfirma von 150 Zimmerleuten ist mit einer Lieferzeit von etwa 2 l/2 Monaten zu rechnen, wenn der Auftrag sofort begonnen werden kann. Zum Antransport werden benötigt etwa 170 Waggons.
b.) Aufbauzeit:
Herstellung des Unterbaus ( Pfahlschwellen) durch Pi.Btl. erfordert
1/2 Monat
Aufstellung der Baracken durch Pi. Btl. erfordert 1 Monat
zusammen : 1 1/2 Monat
Vorschlag II. Herstellung von Baracken aus Stämmen.

Holzbedarf für 1 Gefangenenbaracke 25 x 10 m ( ohne Fußboden)
400 Stämme, 9 m lang, 15 cm Durchmesser Holzbedarf für 40 Gefangenenbaracken * 16 000 Stämme
Hierzu 1/3 für Küchen, Aborte, Verwaltung,
Einfriedigung, Wachtürme usw. rund 5 000 Stämme
zusammen rund : 21 000 Stämme
1 ha Wald trägt bei gutem Bestand 300 brauchbare Stämme. Gefällt werden müssen demnach 700 ha zuhängender 60=jähriger Wald.
Geschätzte Arbeitszeit bei vollem Einsatz eines Pi.-Btl. für
Fällen, Ausästen, Zurichten und Aufbau 9 Monate.

Seite 40

(Hierbei wurde angenommen, daß eine Kp. an einer großen Gefangenenbaracke für 250 Mann 14 Tage baut). einschl. Holzbeschaffung
Die Baracken sind hierbei aber zunächst ohne Fußboden vorgesehen.



Erkundung des Bauplatzes.
Der Bauplatz ist abhängig:
a.) vom vorhandenen Holz.
b.) vom vorhandenen Trinkwasser.
c.) von Zufahrtswegen für den Antransport der Baustoffe und der Verpflegung.
d.) vom Vorhandensein eines Vorfluters (Baches) für die Abwässer.

zu a.): Geeigneter Wald ist ostw. und südlich Kostowo vorhanden.
zu b.): Trinkwasser ist in genügender Menge vermutlich ostw. Stat. Mga - Kostowo nirgends vorhanden. Benötigt werden täglich pro Kopf etwa 3 ltr. Trinkwasser und Nutzwasser. Für 10000 Gefangene einschließlich Bewachung usw. rd. 40000 ltr. täglich. Es muß also auf Teiche zurückgegriffen werden (Arzt ist zu hören).
Die Erkundung des Lagerplatzes erfordert 4-5 Tage, wenn sie durch 3-4 fachkundige Offiziere durchgeführt werden kann und Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden.
Materialbedarf.

Der Materialbedarf ist davon abhängig, ob Vorschlag I (Bretterbaracken) oder Vorschlag II (Stammbaracken) gewählt wird. Unabhängig hiervon werden z. Bsp. benötigt: 50 Kochkessel zu 200 ltr. 120 große Heizöfen. 12ooo m Stacheldraht bei einfacher Umzäunung. 4 0 to Rundeisen für Klammern ( Vorschlag II) 10 to Nägel 15ooo qm Dachpappe
6oo Fenster 25ooo Ziegel für Schornsteine.
Eine genauere Aufstellung kann erst erfolgen, sobald eine Planung vorliegt.
Inneneinrichtung.
Bettgestelle, Tische, Bänke, Beleuchtung und dergl. sind bei dieser vorläufigen Berechnung nicht berücksichtigt.
Vorschlag.
Aus der vorläufigen Berechnung ergibt sich schon jetzt: Größere Gefangenenlager werden im Winter zweckmäßiger Weise in größeren Orten angelegt, wo Fabrikhallen oder dergl. ausgenutzt werden können.
Die Anlage von einem Gefangenenlager für 10000 Mann auf dem Lande erfordert selbst bei primitivster Anlage enormen Materialbedarf und Kräfteeinsatz. Das Btl. hat im Feldzug in Frankreich bereits ein Gefangenenlager für 20000 Mann in einem großen Fabrikgelände und ein Gefangenenlager für 10000 Mann als Baracken- und Zeltlager angelegt und verfügt deshalb über genügend Erfahrungen.

Seite 41

12.12.1941 --------------------------------- 23,30 Uhr Betr.: Kriegsgefangenen – Durchgangslager.

An
Pi. Btl. 223.

Auftrag ( nach Rücksprache bei XVI. AK. Abt. Qu. ):
Erkundung eines Kriegsgefangenen-Durchgangslagers.
Das Lager soll zur Aufnahme von Gefangenen für 2 – 3 Tage dienen. Aufnahmefähigkeit mindestens 5000 Mann. Große Güter mit Ställen und Scheunen oder Fabriken mit leerstehenden Fabriksälen sollen Verwendung finden.
Das zum Ausbau erforderliche Material ist anzugeben.

I. Erkundung:
Im Raume ostwärts der Straße Stat. Mag – Petrowo – Schapki – Kostowo – Nowinka sind größere bauliche Anlagen nicht vorhanden.

1.) Der Größe nach würde sich der Ort Kostowo zur Unterbringung von Gefangenen eignen. Kostowo besteht im Ortskern aus etwa 50 Häusern. Wird jeder Raum, einschließlich der üblichen angebauten kleinen Ställe mit Gefangenen dicht belegt (jedes Haus mit durchschnittlich 80 Mann), so sind 4000 Mann unterzubringen. Außerdem ist ein Kolchosstall vorhanden, der dicht mit 400 Mann zu belegen ist. Zur Not lassen sich in dem Orte 5000 Mann unterbringen.

Voraussetzung:
a.) Die Einwohner werden evakuiert (möglichst spät, damit die Häuser erhalten bleiben).
b.) Alle Einrichtungsgegenstände müssen geräumt werden (sie lassen sich zum größten Teil auf den Spitzböden der Häuser unterbringen).
c.) Der Ort muß von allen Truppen geräumt werden (jetzt etwa 1000 bis 1200 Mann).
d.) Offene Schuppen müssen mit Brettern verschlagen, jeder verfügbare Raum muß durch Ausbau nutzbar gemacht werden.

2.) Die Bewachungsmannschaften lassen sich in dem früheren SS-Lager, das etwa 300 m im Norden des Ortes liegt, in Baracken und Häusern unterbringen. Belegfähigkeit etwa 400 Mann. Räume für Verwaltung usw. sind hier vorhanden. Ställe müssten in bisher offenen Schuppen eingebaut werden.

3.) Für Wachposten eignen sich Häuser, die etwas abseits vom Ortskern liegen und die wegen ihrer Lage nicht für die Gefangenenunterbringung in Frage kommen.

4.) Umzäunung. Der Ortskern hat eine Ausdehnung von etwa 400 x 400 m. Er könnte durch einen Drahtzaun auf Dreiecksblöcken gesichert werden (Pfähle lassen sich wegen des Frostes nicht mehr einschlagen).

5.) Wachtürme. Zur Sicherung der Stacheldrahtumzäunung können in Verbindung der unter 3.) genannten Wachhäusern einfache Wachtürme für MGs angelegt werden.

6.) Küche. Als Küche müsste ein noch näher zu bestimmendes größeres Haus am Ortsrand eingerichtet und ausgebaut werden, möglichst in der Nähe eines Brunnens oder Teiches (erforderlich täglich rd. 20 000 ltr. Trinkwasser zum kochen usw.).

Seite 42

7.) Aborte. Bei einer so dichten Zusammenballung von Menschen müssen am Rande des Ortes Latrinen angelegt werden (auf 25 Mann einen Sitz, zusammen also 200 Sitze). Auf Waschanlagen kann bei der kurzen Belegzeit verzichtet werden.

Zu 6.) und 7.) ist der Arzt zu hören.

II. Neubauten:
Wenn es sich nur um die provisorische Unterbringung für wenige Tage handelt, sind nur Einbauten, aber keine größeren Neubauten erforderlich.
Neubauten erfordern viel Zeit. Beispiel: An einer provisorischen Baumstammbaracke für die behelfsmäßige Unterbringung von 300 Mann hätte eine Pionierkompanie 14 Tage zu bauen (einschließlich Holzbeschaffung).

III. Zeitbedarf:
Für 1 Pionierkp., bei Unterbringung der Kp. In Kostowo.
1600 m Stacheldrahtzaun, 2 m hoch, 7fach gespannt, auf Dreiecksböcken, einschließlich Holzbeschaffung und Antransport 12 Tage
8 MG-Wachtürme 4 Tage
Bau von Latrinen 1 Tag
Umbau eines Hauses als Kochküche für 25 Kochkessel mit Verpflegsraum 3 Tage
Ausbau von offenen Schuppen für Gefangenenunterbringung 5 Tage
Verschiedene Ausbauten in 40 Häusern für Gefangenenunterbringung 5 Tage
Ausbau des Lagers für die Wachmannschaft 2 Tage
Ausbau von offenen Schuppen als Pferdestall für die Wachmannschaft 2 Tage

1 Pionierkp. Zusammen 34 Tage

Hierbei ist angenommen, dass Bretter geliefert werden. Müssen anstelle der Bretter Baumstämme verwendet werden, so erhöht sich die Arbeitszeit um 6 Tage.

IV. Materialbedarf:
15000 lfd. m Stacheldraht
3000 lfd. M glatten Bindedraht
1 Ztr. Krampen
2 Ztr. Nägel 7 cm
4 Ztr. Nägel 8 cm
2 Ztr. Nägel 12 cm
2 Ztr. Nägel 18 cm
(wenn keine Bretter geliefert werden 6 Ztr. Nägel 18 cm)
10 Ztr. Bauklammern
200 m Bandeisen
1500 qm raue Bretter, 15 mm stark
400 qm gehobelte Bretter, 15 mm stark
500 lfd. m Pfosten, 50 mm stark
400 lfd. m Latten, 3/6 cm
500 qm Dachpappe

Seite 43

25 Kochkessel
150 m Rauchrohr aus Blech 15 cm Durchmesser
50 Rauchrohrknie 150cm Durchmesser
3000 Ziegelsteine
20 qm Fensterglas für Kochküche und Verwaltung
50 Wasserfässer je 100 ltr. für Küche
4 Handwasserpumpen
30 kl. Transportschlitten
30 Petroleumlampen (Küche und Verwaltung)
30 Vorlegeschlösser
10 Schrotsägen
10 Handsägen
20 Äxte
10 Beile
100 Verzinkte Wassereimer
Küchengeschirr (Schöpfkelle, Messer usw.)
100 ltr. Benzin für K-Sägen

Seite 44

1./Pi. 223 ---------------------------------------------- O.U., den 14.12.1941

11,05 Uhr.

Betr.: Minensuchtrupp Turischkino

An Btl.

Nach einer hier 10,20 Uhr eingegangenen Meldung des Uffz. Mäke ist der Schneepflug der Fahrabt. 4 auf der Straße Turischkino – Karbusselj an der Brücke, etwa 2 km nordostw. Turischkino, am 12.12.41 gegen 10 Uhr auf eine Mine gestoßen. Es handelt sich um dieselbe Stelle, an der bereits am 29.11.41 Kampfwagenminen aufgefunden wurden.
Der Minensuchtrupp spürte am 13.12.41 gegen 8,00 Uhr kurz vor der Brücke mit Minensuchgerät 5 Kampfwagenminen T 38 in Blechkästen auf. Die Minen waren nicht eingegraben oder getarnt, sondern nur verschneit. Nachdem die Minen aufgenommen waren, erhielt der Minensuchtrupp Gewehrfeuer aus dem Walde von rechts (6-8 Schuß). Vom Gegner war nichts zu sehen. Die Minen wurden gegen 10 Uhr nach Turischkino zurückgebracht. Da sich die Minen nicht sichern ließen, wurden sie gesprengt. Der erhaltene Beschuß durch Gewehrfeuer wurde der Kommandantur in Turischkino sofort gemeldet.
Der Minensuchtrupp ging gegen 11,45 Uhr erneut mit einem Kommando der Fahrabt. 4 vor, um die Pferdekadaver und den verunglückten Schneepflug zu beseitigen und den Minensprengtrichter zu verfüllen.
Als der Minensuchtrupp 12,15 Uhr 100 m vor der Brücke ankam, waren in der Zwischenzeit (also zwischen 10,00 und 12,15 Uhr) erneut 4 Kampfminen T 38 und 6 Tretminen in Holzkästen auf der Straße verlegt worden. Die Kampfminen lagen in der Fahrrinne (in jeder Rinne je 2), Entfernung der beiden vordersten Kampfminen von den beiden hinteren Kampfminen 6 – 8 m. Die Tretminen lagen auf dem erhöhten Straßenkamm zwischen den Kampfminen. Sämtliche Minen waren nicht eingegraben, sondern nur mit Schnee getarnt. Fußspuren waren rechts und links der Straße zu sehen. Die Minen wurden aufgenommen und in der Nähe gesprengt. Eine Tretmine wurde zu Untersuchungszwecken an Lt. Bassita (3. Pi. 223) in Karbusselj abgeliefert. Die Straße wurde bis Karbusselj weiter abgesucht und minenfrei gefunden.



Arnold

Hauptmann u. Kp.-Chef

Seite 45

1./Pi. 223 --------------- O.U., den 11.12.1941; 18:15 Uhr

Betr. : Einsatz des 1. Zuges

An Btl.

Oblt. Mühlbronner meldet, daß sich Teile seines bei I.R. 385 eingesetzten 1. Zuges erfolgreich an einem Gegenstoß beteiligt haben. .
Der Russe hat am 14.12.41 gegen 7,3o Uhr im Abschnitt der 1./I.R. 385 rechts der Rollbahn ostwärts Mischkino mit etwa 150 Mann angegriffen. Der Gegner kam auf etwa 100 m an die deutsche Stellung heran. Hier wurde er durch zusammengefaßtes Feuer zum Rückzug gezwungen. Lt. Reichenbach, der Führer der 2./I.R.385, stieß mit Fdw. Kröwing, Uffz. Vetters, 5 Pionieren und einigen Infanteristen, die er rasch im Graben zusammenfaßte, dem weichenden Gegner etwa 250 m weit nach. Durch das rasche und entschlossene Nachstoßen gelang es, einen unverwundeten und zwei verwundete Russen gefangenzunehmen. Von Uffz. Vetters wurde ein Flammenwerfer einem Russen bei seiner Gefangennahme abgenommen und eingebracht. Außerdem wurden Gewehre, Handgranaten und Munition erbeutet. Mehrere Tote blieben im Gefechtsstreifen liegen. Die Mitwirkung der Pioniere war für das Gelingen des Gegenstoßes wesentlich und entscheidend. Der Kp.-Führer der 2./l.R. 385, der mit den beiden Pionierunteroffizieren zusammen am weitesten vorstieß, sprach Oblt. Mühlbronner für das tapfere Verhalten der Pioniere seine Anerkennung aus. Er wollte das schneidige Vorgehen der Pioniere in seiner Meldung an I/I.R. 385 besonders hervorheben.

Arnold

Hauptmann u. Kp.-Chef

Seite 46

Für Kriegstagebuch

Kdo. 223. Inf. Div. ----------Div.Gef.St., den 17.12.1941

Az.: IIa/13/41
Hi



Sonderbefehl Nr. 5

1.) Bei Annäherung eines feindlichen Spähtrupps an die Stellung der 1./I.R.385 zeichneten sich am 14.12.41 im Gegenstoß aus:
Lt. Hoffmann mit Teilen der 1./I.R. 385, Lt. Reichenbach mit Teilen der 2./l.R.385,
Feldw. Kröwing und Uffz. Vetters mit Teilen der 1./Pi.Batl.223.
2.) Russische Spähtruppunternehmungen gegen den Abschnitt der 5./I.R.385 bekämpften in der Nacht vom 15. zum 16. 12.1941 mit Mut und Entschlossenheit:
Feldwebel Söllner, 5./I.R. 385, Feldwebel Sgalkicwicg, 8./I.R.385.
Ich spreche den Genannten Führern und Mannschaften meine besondere Anerkennung aus.

Seite 47

1./Pi. 223...................................................................................O.U., den 15.12.1941
Betr. : Brücke in Tortolowo............................................................16,00 Uhr
Anlage : 1 Brückenskizze.

An Btl.

Die Brücke in Tortolowo ist gesprengt. Baustoffe sind in der Nähe nicht vorhanden. Eine Umgehung für Fahrzeuge ist südlich der Brücke möglich. Der hierfür erforderliche Zufahrtsweg erfordert aber ebenfalls viel Arbeit. Am zweckmäßigsten ist eine Wiederherstellung der Brücke wie beiliegende Skizze.

Erforderliche Baustoffe:
2 Rammpfähle 28 cm Durchmesser , 3m lang
1 Jochschwelle 25 cm Durchmesser , 5m lang
1 Jochholm 25 cm Durchmesser , 4 m lang
5 Säulen 25 cm Durchmesser , 0,75 m lang
2 Streben 25 cm Durchmesser , 0,90 m lang
2 Uferbalken 25 cm Durchmesser , 4,50 m lang
8 Streckbalken, 32 cm i.M., 9 m lang
2 Rödelbalken, 20 cm Durchmesser , 9,50 lang
50 Belaghölzer, 15 cm Durchmesser , 4,00 m lang
3 Belaghölzer, 6,00 m lang
50 lfd. m Geländerholz, 10 cm Durchmesser
30 Klammern
20 kg Nägel, 20 cm lang
5 kg Nägel, 15 cm lang
10 Bolzen, 18 mm Durchmesser , 67 cm lang zwischen Mutter und Kopf
Draht für Rödelung.

Arbeitszeit: Das Holz muss 3 km hinter der Brücke geschlagen und zugerichtet werden. Anfuhr durch Handschlitten (vielleicht Pferdeschlitten möglich). Es kann nur ausgesuchtes, gleichmäßig starkes Holz verwendet werden.

Fällen und Entästen des Holzes..............................................................15 Mann, 2 Tage
Zurechtschneiden und Abbinden des Holzes 3 km hinter der Brücke............15 Mann, 1 Tag
Transport mit Handschlitten....................................................................15 Mann, 2 Nächte
Rammen der Pfähle und legen des Uferbalkens......................................15 Mann, 1 Nacht
Aufbau der Brücke...................................................................................15 Mann, 2 Nächte

Insgesamt.....................................................................15 Mann, 3 Tage und 5 Nächte

Es ist nicht zweckmäßig, mehr Mannschaften anzusetzen.
Die Arbeitsstelle liegt unter Beschuss, desgl. der Transportweg.

Arnold
Hauptmann u. Kp.-Chef





Seite 48

Brücke bei Tortolowo

technische Zeicnung des Pi Btl 223 zur Brückenerneuerung bei Tortolowo 1941

Seite 49

1./ Pi. 223........................................................................................O.U., den 22.12.1941



Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit von 16.12. – 21.12.41

16.12. Sigalowo.
1.Zug unterstellt I.R. 385, untergebracht in vorderster Linie auf die Kp. Verteilt.
Aufgabe: Stellungsausbau..........................................................................3/24
2. Zug unterstellt I.R. 425, untergebracht in zweiter Linie bei I./I.R.425.
Aufgabe: Stellungsausbau..........................................................................3/22
Verstärkter 3. Zug.
Minensuchtrupp für Turischkino..................................................................1/5
Sägewerk Lesja.............................................................................................1/4
Ortskommandantur Turischkino u. Dorf Mag.............................................--/4
In Sigalowo:
Meilerbau, Bunkerbau, Schlittenbau, Wache, Ablösung............................3/28
Kranke........................................................................................................--/14

17.12. Sigalowo
Einsatz wie am 16.12.

18.12. Sigalowo
Einsatz wie am 16.12.
In der Nacht vom 17. zum 18.12. wird der verst. 3. Zug in Stärke von 3/6/30 früh 5 Uhr alarmiert. Abmarsch 6,00 Uhr in Richtung Karbusselj zur Entlastung des Zuges Bassita (3./Pi.223), der nachts durch einen starken russischen Spähtrupp angegriffen worden war. Von Solugubowka bis Turischkino Transport in Lkw. Beim Abmarsch von Turischkino nach Karbusselj (verstärkt durch Minensuchtrupp 1/5) werden 9 russische Minen unschädlich gemacht (siehe Sonderbericht vom 19.12.). Besetzung der vordersten Stellung in Karbusselj gemeinsam mit Teilen der 2. und 3./Pi. 223.Der erwartete russische Angriff erfolgt nicht. Rückmarsch nach Sigalowo 15,00 bis 19,00 Uhr.

19.12. Sigalowo.
Einsatz wie am 16.12.

20.12. Sigalowo.
Einsatz wie am 16.12.
Erkundung einer Brücke südwestlich Tortolowo durch Hptm. Arnold für den Panzerangriff am 21.12.
Vorbereitung und Ausrüstung der Kp. Für den geplanten Angriff am 21.12.

21.12. Ästonskij. (1500 m nordwestl. Apraksin).
9,15 Uhr Bereitstellung (gemeinsam mit 3. Kp.) bei Station Apraksin. Gefechtsstärke: 3/12/75. 1. und 3. Kp. Haben im allgemeinen den Auftrag, nach erfolgtem Infanterieangriff gegen Mittag von Ästonskij nach Norden vorzugehen und zwischen den Punkten A und B (vergl. Skizze) die noch vorhandenen russischen Grabenbesatzungen im Gegenstoß zu vernichten. Die Kp. Erreicht gegen 11 Uhr die Ausgangsstellung bei Punkt C (vergl. Skizze) und bezieht hier vorhandene kleine Bunker. Zu einem Einsatz kommt es nicht, weil der Inf.-Angriff (I./I.R.344) nicht vorwärtskommt. (vergl. Meldg. V. 21.12. 15,30 Uhr mit Lageskizze)

16,00 Uhr Befehl zum Abmarsch nach Reft.-Gefechtsstand I.R. 425,am Erddamm 1600 m westlich Tortolowo.
17,45 Uhr Eintreffen am Regt.-Gefechtsstand. Die Kp. Wird I./I.R.425 unterstellt.
Es werden eingesetzt:
Zug Lt. Dade 1/ 2/ 20 auf dem linken Flügel von 1. / I.R. 425 als Grabenbesatzung, desgl. Zug Fdw. Reppe 3/ 20 auf dem linken Flügel von 3./ I.R. 425 (bei Vorhöhe 38). Zug Fdw. Kröwing 1/ 5/ 31 bei Btl.-Gef.-Std. Marx I./ I.R. 425.
Außerordentlich schlechte unausgebaute Erdbunker.
Kp.-Gef.-Std. (Hptm. Arnold) bei Zug Kröwing.
Der Troß verbleibt in Sigalowo, außerdem:
Kommandos:
Minensuchkommando in Turischkino .........................................................1/ 5
Sägewerkskommanda in Lesja.....................................................................1/ 4
Kommando b. Ortskdtr. Turischkino und Dorf Mag...................................--/ 4
(vergl. Meldung vom 22.12.)



i.V. Mühlbronner

Oberleutnant

Seite 50

1./ Pi.223...............................................................................................O.U. den 19.12.1941
Betr. Minen....................................................................................................10.30 Uhr

An Btl.

Beim Anmarsch auf der Straße Turischkino – Karbuselj stieß der 3. Zug der 1./ Pi. 223 am 18.12.41 in der Morgendämmerung gegen 7.30 Uhr auf russische Minen. Es handelt sich um
9 Kampfwagenminen T 38, die 1 km westlich Karbuselj verlegt waren. Die Minen lagen in den Radspuren, mit Schnee sorgfältig getarnt und waren ohne Minensuchgerät nicht zu erkennen. Die 1. Gruppe bestand aus 4 Minen, die 2. Gruppe aus 5 Minen. Abstand der 1. und der 2. Gruppe etwa 40 mtr. Aus dem an die Straße im Osten herantretendem Wald führten Fußspuren nach der Straße. Aus den Spuren war zu erkennen, dass jede Minengruppe von Trupps zu 2 Mann verlegt worden war. Ein Minenlegetrupp hat einen Hund mit sich geführt. Hölzerne Tretminen waren diesmal nicht verlegt. Nach Aufnahme wurden die Minen entschärft und nach Karbuselj mitgeführt. Die Untersuchung der Minen ergab, dass die Minen fabrikneu und in einwandfreiem Zustand waren. Die Sprengmunition hatte durch Lagerung oder Witterung nicht im geringsten gelitten. Erstmalig wurde festgestellt, dass bei einem Teil der Minen die Sprengkörper zum Schutze gegen Feuchtigkeit mit einer wachsartigen Masse vergossen waren. Die Sprengkapsel war an den Schlagbolzen nicht angesteckt, sondern angeschraubt.

Folgerungen aus den bisherigen Minenfunden:

Die Minen sind sachkundig behandelt, eingebaut und getarnt. Das Aufnehmen war teilweise durch behelfsmäßige Tretminen gesichert worden, auf die das Suchgerät nicht anspricht.Daraus ergibt sich, dass ein Freimachen der Straße bei Dunkelheit nicht möglich ist. Die Straße kann frühestens eine Stunde nach Hellwerden befahren werden, nachdem der Minensuchtrupp die 4 km lange Strecke abgesucht hat. Es besteht aber auch dann noch die Gefahr, dass neue Minen verlegt worden sind, sobald der Minensuchtrupp sich genügend weit entfernt hat.

Arnold

Hauptmann u. Kp.-Chef

Seite 51

1./Pi 223 1 Meldung, 21.12.1941

800 m nördlich Pi. Batl.

Gefechtsstand

An Pi Btl.

Anbei eine Skizze angefertigt nach der Karte 1:10.000
Eingezeichnet :

Lage 3./I.R. 344 und 2./Pi. 223
Batl. Gefechtsstand I./I.R. 344
Batl. Gefechtsstand Pi. Batl. 665 (Hauptmann ??????)

2. und 3. /Pi. 665 sind gerade im Vorgehen, um den linken Flügel von 3./I.R. 344 nach rechts zu verlängern.
Hauptmann Unger ist 15:30 im Vorgehen zum linken Flügel der Kompanie ??????.

Arnold

Fernmündlich durchgegeben 15:30 Uhr

Seite 52

Lageskizze

Lage am 21.12.1941

Seite 53

1./Pi 223 1 Meldung, 21.12.1941 15:30 Uhr

800 m nördlich Pi. Batl.

Gefechtsstand

An Pi Btl.

Anbei eine Skizze angefertigt nach der Karte 1:10.000
Eingezeichnet :

Lage 3./I.R. 344 und 2./Pi. 223
Batl. Gefechtsstand I./I.R. 344
Batl. Gefechtsstand Pi. Batl. 665 (Hauptmann ??????)

2. und 3. /Pi. 665 sind gerade im Vorgehen, um den linken Flügel von 3./I.R. 344 nach rechts zu verlängern.
Hauptmann Unger ist 15:30 im Vorgehen zum linken Flügel der Kompanie ??????.

Arnold

Fernmündlich durchgegeben 15:30 Uhr

Seite 54

Lageskizze

Seite 55

1./Pi. 223
0.U. ,den 2. 1. 1942
Zeitnotizen zum Kriegstagebuch für die Zeit vom 22.12.-31.12.41

22.12. Kp.Gefechtsstand am Erddamm 1.6oo m westlich Tortolowo.
Zug Dade 1 / 2 / 20 und Zug Reppe 3 /20 Grabenbesetzung wie am 21. 12.
Zug Kröwing 5/34 Bergen von Gefallenen in der Riegelstellung südlich Tortolowo.
Es bleibt keine Zeit zum Ausbau der mangelhaften Erdbunker.
11,oo Uhr rücken von Zug Kröwing 2/12 zur Verstärkung der Graben-
besatzung ostwärts Tortolowo (3./I.3. 425 ).
Troß und Kommandos wie am 21. 12.

23.12. Kp.-Gefechtestand westlich Tortolowo.
Zug Lt. Dade und Zug Fdw. Reppe wie am 22. 12. Pion. Walter Seidel Bauchschuß ( Zug Reppe).
Zug Fdw. Kröwing: Bau von spanischen Reitern. Fällen von Holz für Bunkerbau mit K-Säge, Ausbau Melderbunker, Ausbau Pferdestall. Gefechtsstärke 2/10/ 74. Troß and Kommandos wie 21. 12.

24.12. Kp.-Gefechtsstand westlich Tortolowo.
Zug Lt. Dade (1/ 2/ 20 ) und Zug Fdw. Reppe ( 3 / 18) wie am 22.12. Zug Fdw. Kröwing 1 / 5 / 35. Arbeiten wie am 23. 12. Gefechtsstärke: 2 / 10 / 73. Troß und Kommandos wie am 21. 12.

25.12. Kp.-Gef.-Std. westl. Tortolowo.
wie am 24. 12. Gefechtsstärke; 2/10/72 .

26.12. Kp.-Gef.-Std. westl. Tortolowo.
wie am 24. 12. Gefechtsstärke: 2 / 10 / 76.

27.12. Kp.Gefechtstand westl. Tortolowo.
Zug Lt. Dade 1/2/20 wie am 24. 12. Zug Fdw. Reppe 3 / 16 wie am 24. 12.
Zug Fdw. Kröwing 1/5/40 Bau von 2 Bunkern für je 18 Mann. Erweiterung Gerätebunker für III./I.R. 425.
Holzfällkommando. Troß und Kommandos wie am 31.12.

28.12. Kp.-Gef.-Std. westl. Tortolowo. Einsatz wie am 27. 12.
Gefr. Max Päßler Steckschuß ( Zug Reppe). Minensuchtrupp Mäke ( 1/5) wird in Turischkino abgelöst.

29.12. Kp.-Gef. Std. westl. Tortolowo. Einsatz wie am 27. 12.
Zug Lt. Dade bezieht vor 1. Linie bei 1./I.R. 425 Feldwache. Minensuchtrupp Mäke tritt zu Zug Kröwing.
Gefr. Erich Hentschel verwundet im Abschnitt 3. / I.R- 425, Querschläger im Unterschenkel mit Knochenverletzung.

30.12.Kp.-Gef. Std. westl. Tortolowo.
Zug Lt. Dade 1/2/20 Grabenbesetzung wie am 24.12.
Zug Fdw. Reppe 3/16 Grabenbesetzung wie am 24. 12.
Trupp Mäke 1/5 wird zum Bau eines Baum -und Astverhaues 7,30 Uhr zu
III./I.R. 385 in Marsch gesetzt. Der Trupp wird III./I.R. 385 unterstellt.

Zug Fdw. Kröwing 1/4/36 setzt in der Nacht vom 29. zum 30.12. zwischen rechtem Flügel 3./I.R. 425 und der Riegelstellung von I.R. 385 südostwärts Tortolowo spanische Reiter (siehe Meldung vom 30.12. mit Skizze)
Ab 10,oo Uhr: Fortsetzung Bunkerbau bei III./I.R. 425.

31.12. Kp.-Gef. Std. westl. Tortolowo.
Zug Lt. Dade 1/2/20 Grabenbesetzung bei 3.1./I.R. 425.
Beginn des Baus von Drahthindernissen vor der Stellung von 1./I.R. 425.
Zug Fdw. Reppe 3/16 Grabenbesetzung bei 3./I.R. 425
Zug Fdw. Kröwing 1/5/37 Bau von Bunkern beim Btl. Gef.Std. I./I.R. 425.
Trupp Mäke 1/5 Baumverhau bei III./I.R. 385.
Einsatzstärke bei I.R. 425 : 2/11/73; bei I.R. 385 1/5

Zusammen 2/12/78

Seite 56

Abschrift.

Hptm. Arnold
1./Pi.223.........................................................................................................22.12.1941





An Btl.

Die 1. / Pi. 223 wurde am 21.12. wie folgt eingesetzt:

Nach Unterstellung an I. / I.R. 425:

1.) 1 Zug..................................................................................................1 / 2 / 20mit Lt. Dade 1. / I.R. 425 in vorderster Stellung als Infanterie.
Der Zug hat einen Grabenabschnitt nordwestl. Tortolowo in Länge von 300 – 400 m übernommen.

2.) 1 Zug....................................................................................................3 / 20mit Fdw. Reppe bei 3. / I.R. 425 in vorderster Stellung nordostw. Tortolowo als Infanterie (sehr schlechte Grabenbunker).

3.) 1 Zug.........................................................................4 / 20mit Fdw. Kröwing.
Dazu Krankenträger.......................................................1 / 4
Offz.............................................................................1 / - / -
Kp.-Trupp........................................................................- / 3
Zusammen:..................................................................1 / 5 / 31



Beim alten Batl.-Gefechtsstand Marx als Btl.-Reserve in schlechten Erdbunkern. Dieser Zug sammelt die Gefallenen des I.R. 425 im Abschnitt von I.R. 385 und transportiert sie nach Btl.-Gefechtsstand Marx zurück. Aus gerüstet mit 12 Handschlitten. Ich selbst befinde mich beim Zug Kröwing in einem Mannschaftsbunker.

Verpflegung:

Zug Dade und Zug Reppe werden bei den Inf.-Kompanien verpflegt, denen sie unterstellt sind. Zug Kröwing wird von 1. / Pi. 223 verpflegt durch Essenträger. Feldküche ist bei Sigalowo.
Die schweren Waffen sind dem I. / I.R. 425 unterstellt, auch verpflegsmäßig.

Arnold
Hptm. U. Kp.-Chef

Seite 57

Abschrift:

1./ Pi. 223.......................................................................O.U., den 22.12.1941, 15,00 Uhr



An Btl.



Es ist damit zu rechnen, dass die Kp. eingesetzt bleibt.
Es werden unbedingt und auf schnellstem Wege Bretter gebraucht, weil die Kp. die schlechtesten, völlig unausgebauten Unterstände hat und im Gegensatz zur Infanterie keine Zeit zum Ausbau hat. Der Reservezug ist mit Bergen der Leichen bis zum Eintritt der Dunkelheit beschäftigt.
Ich habe an meinem Unterstand nicht mal eine Tür und natürlich auch keine Brettpritsche.



Arnold
Hptm. u. Kp.-Chef

Seite 58

1./Pi.223.............................................................................22.12.1941 , 23,30 Uhr
Hptm. Arnold

Btl.-Gefechtsstand Marx



An Btl.



Außer dem bereits bei 1. und 3. Kp. In vorderster Stellung eingesetzten Kräften wurden in der Nacht vom 22. zum 23. 12.

1 Feldw. 1 Uffz. Und 12 Mann

mit 1 Mg bei der 3. Kp. (Tortolowo) zur Verstärkung der Infanterie eingesetzt, obwohl sie bei Tage bereits bei der Leichenbergung eingesetzt waren.

Arnold



Brauche dringend Benzin für die K-Sägen !!!
Ganz dringend 3 Schrotsägen, da ich sämtliche Schrotsägen der Kp. brauche und im Sägewerk und beim Minensuchtrupp und in Sigalowo ebenfalls Sägen gebraucht werden.

Seite 59

Oblt. Mühlbronner..................................................Sigalowo, 23.12.1941 , 11,30 Uhr



An Kp.-Chef



1.) Auf Befehl von Oberstltn. Pötschke mussten für die 2./Pi.223 Räume in unseren Quartieren vorübergehend freigemacht werden, da eine Panzerjägerkomp. In Stärke von 100 Mann hierher verlegt wird.

Es wurden freigemacht:
Im Hause des 1. Zuges........................................2 Räume
Im Hause des 2. Zuges........................................1 Raum
Im Hause des 3. Zuges.........................................1 Raum

Das Gepäck wurde in die restlichen Räume geschafft.

2.) 2 Schlitten sind nach dem Sägewerk in Lesja unterwegs, um die vom Btl. Angewiesenen Bretter (80 Stück – falls dort auf Vorrat) abzuholen. 30 kurze und lange Bretter wurden heute früh schon herausgeschickt ( bei der Kp. Noch vorrätig gewesen). Sollten noch weiter Bretter benötigt werden, so bitte ich, dies Uffz. Pollack aufzugeben.

3.) Die Post, auch Pakete, werden heute mit der Verpflegung vorgeschickt.

4.) Sollte die Kp. Morgen nicht zurückkommen, so werden die Weihnachtszuwendungen mit besonderen Schlitten (für jede Gruppe, Kommandos usw. in Säcke verpackt) im Laufe des morgigen Vormittags abgeschickt. Mündlicher Bericht durch Uffz. Pollack.

5.) Ein Meiler wurde ausgebaut. Die Ausbeute ist gering, da der Meiler ungleichmäßig ausgebrannt ist und teilweise noch ganze, unverbrannte Holzklötze zum Vorschein kamen.

6.) Die 2. und 3. Kp. Befinden sich seit Sonntag Nacht in Sigalowo.





Mühlbronner

Oberleutnant

Seite 60

Abschrift

1./Pi. 223............................................Btl.-Gef.Stand I./I.R.425, am 24.12.1941 , 10 Uhr



An Pi. Btl.



Am 23.12.1941 Pion. Seidel 1./Pi. 223 im Abschnitt der 3./I.R. 425 schwer verwundet.

Hüftsteckschuß, vermutlich Bauchschuß.

Abtransport durch Krankenwagen am 23.12. gegen 18,00 Uhr.



Gez. Arnold

Hptm.





Seidel ist im Laz. Gestorben.

Ar.

Seite 61

1./ Pi. 223............................Komp. Gef. Stand..........................................30.12.41 , 7,40 Uhr





An I. / I.R. 425 (Anlage 1 Skizze)



Der Hindernisbau zwischen rechtem Flügel 3. / I.R. 425 und Riegelstellung IR 385 wurde in der Nacht vom 29. zum 30.12.41 entsprechend beiliegender Skizze durchgeführt.
Bei Beginn der Arbeiten Beschuss durch einen russischen Posten, der ganz knapp südlich der Linie AB im Walde (niedriges Buschholz) liegen muss. Dieser MG-Posten hat sich vermutlich zurückgezogen oder hat sich während der Arbeiten – in Anbetracht der überlegenen Stärke des Pi. - trupps -, still verhalten.



Arnold

Hptm.

Seite 62

Hindernisbau bei 3 IR 425

30.12.1941

Seite 63

1./ Pi. 223............................Kp.-Gef.-Std................................................16.1.1942

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch für die Zeit vom 1. bis 4.1.42

1.-4.1.42 Kp.- Gefechtsstand westlich Tortolowo.

Das neue Jahr beginnt mit lebhaftem deutschen Artilleriefeuer.
Der Russe antwortet mit Granatwerferbeschuss der vordersten Stellungen.

Es sind eingesetzt:

Zug Dade
1 / 3 / 19 als Besatzung des vordersten Grabens bei 1. / I.R. 425. Die deutsche Stellung liegt hier in einem Birkenwäldchen, etwa 200 – 300 m vom Russen abgesetzt. Es ist ein durchgehender Graben mit kleinen Erdbunkern für je 4 Mann vorhanden. Der Zug arbeitet in der wachfreien Zeit an der Verbesserung des Grabens und der Anlage eines Flandernzaunes vor dem Kp. – Abschnitt. Am 1. und 4.1. bezieht der Zug eine 150 m vorgeschobene Feldwache (Karussell).

Zug Ofdw. Reppe
3 / 16 als Besatzung des vordersten Grabens bei 3. / 425. Die deutsche Stellung läuft hier entlang eines Bachlaufes vor der berüchtigten Höhe 38, die der Russe besetzt hält. Das Gelände ist deckungslos. Verbindungsgräben nach rechts und links sind nicht vorhanden. Der Pi. – Zug ist ganz auf sich gestellt. Bewegungen außerhalb des Grabens sind nur bei Nacht möglich. Die Erdbunker sind wegen des Grundwassers nur 70 bis 80 cm hoch. Der Zug arbeitet in der wachfreien Zeit an der Verbesserung der Stellung und der Anlage eines Flandernzaunes vor dem Zugabschnitt.

Kp. – Trupp und Zug Fdw. Kröwing, 1 / 5 / 36
Der Zug liegt in primitiven Erdbunkern beim Kp. – Gefechtsstand hinter einem Eisenbahndamm 3 km westlich Tortolowo beim Batl. – Gefechtsstand I. / I.R. 425. Bau von 2 großen 18 – Mann – Bunkern. Der Boden ist 1m tief steinhart gefroren und muss gesprengt werden. Die Rundhölzer für die Abdeckung werden im Walde gefällt und mit Pferden abgeschleppt.

Trupp Uffz. Mäke, 1 / 5.
Bau eines Astverhaues beim III. / I.R. 385 südlich der Straße Kelkolowo / Gaitolowo.

Trupp Uffz. Lange, 2 / 4, Sägewerk Lesja.

Troß, Gesch.-Zimmer, Handwerker und Kranke, 1 / 5 / 40, liegen in Sigalowo. Sprengtrupp beim Bunkerbau der Pz. Jg. Abt. in Sigalowo.

Seite 64

Lt. Dade……………………………………………………………O.U. 4.1.42

1.Pi 223
Bericht über den Einsatz bei 1./ IR 425
in der Zeit vom 21.12.41 – 4.1.42

Am Abend des 21.12.41 wurde eine aus dem I. u. II. Zug zusammengesetzte
Stoßtruppe der Komp. Unter der Führung von Lt. Dade (Stärke 1/2/20)
im Abschnitt III des I. / IR 425 als Grabenbesatzung eingesetzt. Diesen Abschnitt hatte z.Z. der 1 / 425 inne, die am 21.12.41 rd 50 Mann Verluste gehabt hatte. Die Stoßtruppe wurde als III. Zug der 1 / 425 unterstellt u. bekam deren linken Kampfabschnitt zugewiesen.

Einweisung des Zuges Lt. Dade etwa 23 h durch einen Melder der 1./425 der noch
weiterhin als Melder im Zuggefechtsstand blieb (Ogefr. Heidrich ??). Einteilung des Zuges
Dade in 3 Gruppen (Uffz. Tukai, Uffz. Sliva, Gefr. Meilik mit je 6 Mann)
u. 1 Melder. Ausrüstung: zunächst 2, später alle 3 Gruppen mit je 1 LMG, 1 MP
Gewehren u. Handgranaten. Jeder hatte seinen Tornister mit 2 Decken u. Sturmgepäck bei sich.

Sofort wurde in Gruppe 1 Grabenposten aufgestellt u. zwar 1 Mann im Graben,
1 Mann vollkommen angezogen im Bunker, die sich nach 1 Stunde abwechselten. Nach
2 Stunden kamen die nächsten 2 Mann dran. Diese Einteilung blieb; u. immer so
während der Dunkelheit von 15.30 – 8.30 Uhr. Gruppe Tukai u. Meilik bezogen je 2
Bunker, Gr. Sliva einen größeren Bunker, der Zugführer mit den beiden Meldern den
Zuggefechtsstand-Bunker.

Das Postenstehen in Feindnähe war für alle etwas Neues u. jeder hat in dieser
ersten Nacht besonders gespannt, da ja das Gelände uns gänzlich unbekannt war.
Am 22. Und den folgenden Tagen wurden die Bunker ausgebaut, vertieft, soweit nötig
mit Türen versehen u. die Öfen meist neu konstruiert.

Am 23.12. kam Tauwetter u. die Bunker begannen zu Tropfsteinhöhlen zu
werden , doch setzte bald wieder große Kälte ein, sodaß man unter Nässe in den
Bunkern u. Graben nicht mehr zu leiden hatte. In der Nacht vom 27/28.12. herrschte
große Kälte mit Schneesturm.

Ab 24.12. wurde in rd. 150 m vor der Stellung liegende Feldwache

Seite 65

(Deckname „Karussell“) wieder bezogen. Am 26. u. 29.12. u. am 1. u. 4.1. stellte
der Zug Dade die Feldwache, jeweils in Stärke von 1/5. mit stündlicher Ablösung.
Beim Aufziehen früh ging jedesmal 1 Gruppe zunächst als Sicherung mit vor, die Feldwache hatte Fernsprechanschluß, der während der Dunkelheit in dem Zuggefechtsstand eingebaut wurde. Am 1. u. bes. am 4.1. erhielt die Feldwache sdl. MGfeuer u. einzelne
sdl. Granatwerfereinschläge in der Nähe. Einmal wurde sie zurückgenommen, weil unsere
Art. Streuungsfeuer auf die sdl. Stellungen legte.

Solange die Feldwache mitgegangen war, hatte jeweils nur 1 Mann im ganzen
Zugabschnitt Grabenposten, der insbesondere auf die Leuchtkugeln der Feldwache zu
achten hatte.

Beschuß durch den Feind bestand u.a. nur im Abstreuen mit MG’s. Darunter
hatte am meisten die Truppe Tukai (am weitesten links) zu leiden, weil der Feind
hier freies Schußfeld hatte, doch war es hier durchweg möglich, tagsüber außerhalb
des Grabens Feuerholz zu machen.

Am 1.1.42 0 Uhr schossen unsere Art. U. feindliche MG’s, um das neue Jahr gebührend einzuleiten, der Russe dankte in unserem Abschnitt mit 8 Schuß aus Granatwerfern, die in der Nähe unserer Graben einschlugen.

Die 1 / 425 hatte am 30.12. einen Toten durch russ. MG-Streufeuer.

Ab 30.12. wurden an den Tagen, wo der Zug keine Feldwache hatte, Arbeiten
zur ???? der Stellung im Komp.-Bereich vorgenommen. Sie bestanden in Sprengungen
zwecks Anlage neuer Bunker u. Gräben, bzw. ???? derselben u.
besonders im Ziehen von Stacheldraht (ca. 17 Rollen) vor dem Komp. Abschnitt. Der Stacheldraht wurde an den stehengeblibenen, etwa 1 m hohen Birkenstümpfen befestigt, z.T.
noch an ?????. Am rechten Flügel mußten diese Arbeiten bei Dunkelheit
ausgeführt werden, da es sonst sdl. Beschuß gab.

Für die ganze Zeit, besonders zu Weihnachten – Sylvester, hat die 1. Pi 223 den Zug reichlichst mit Trink- u. Rauchbarem bedacht. Außerdem hat die Wehrmacht zusätzlich
Zur Verpflegung, die der Zug von der Infanterie erhielt, viele weihnachtliche Genüsse geliefert, sodaß wir ein schönes Soldatenweihnachten feiern konnten.

Am 27.12. stellte die 1 / Pi 223 4 Pelzmäntel für die Grabenposten zur Verfügung.

Das Verhältnis zur Infanterie war bei allen Dienstgraden Kameradschaftlich.

Am 4.1.42 gegen 17 Uhr wurde der Zug abgelöst u. kehrte nach Sigalowo zurück.



Dade, Lt.

Seite 66

1. / Pi. 223 …………………………………………….Kp.-Gef.-Stand, am 16.1.1942

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
Für die Zeit vom 5. bis 11.1.42.

5. - 6.1.42 Kp.-Gefechts-Stand westlich Tortolowo
Zug Dade und Reppe :
In der Nacht vom 4. Zum 5.1. werden die Züge Dade
und Reppe aus vorderster Stellung abgelöst. Am 5.1.
Ruhetag in Sigalowo. Waschen, Wäsche wechseln. Die
Mannschaften haben teilweise 5 Wochen in vorderster
Stellung gelegen und hatten dort keine Gelegenheit
zum Waschen.
Zug Kröwing, 2 / 6 / 34, verbleibt im Bunkerlager beim I./ I.R.
425 und setzt die Arbeiten an den Bunkern fort. Am
5.1. treffen in Sigalowo 10 Mann Ersatz ein.
Am 6.1. Neueinteilung der Kp. vor dem Kp.-Gef.-Stand.
Es bleiben : bei I./ I.R. 425 1. Zug (Fdw. Kröwing) 4 / 29
bei III. / I.R. 425 in Ästonsky 2. Zug (Fdw. Reppe) 3 / 23
3.Zug (Lt. Dade) 1 / 1 / 23
Kp.-Trupp 2 / 2 / 3
bei III. / I.R. 385 Trupp Uffz. Mäke 1 / 5
in Läsja Sägewerk Trupp Uffz. Adler 1 / 4
in Sigalowo : Gesch.-Zimmer, Handwerker, Fahrer und Kranke.

7.1.-11.1.42 Kp.-Gef.-Stand Ästonsky (1. estnische Siedlung).
2. Zug (3 / 23), 3. Zug (1 / 1 / 23) und Kp.-Trupp (1 / 2 / 3) haben am
6.1.42 in Ästonsky in völlig verfallenen Häusern Quartier bezogen.
Belegt sind 3 Häuser, die aber am 7.1. erst notdürftig
ausgebaut und mit Fußböden, Decken, Türen, Fenstern, Öfen
und Bettgestellen versehen werden müssen. Trotzdem wird mit
dem befohlenem Bau von 3 Stützpunkten (I-III) bereits am
7.1. begonnen. Am 11.1. sind fertiggestellt 3 große Wohnbunker
für je 12 Mann (lichte Weite 4 x 4 m, 1,20 m Erdaushub,
2-3-facher Rundholzrahmen, kreuzweiser Rundholzbelag und
30 – 40 cm Abdeckung).Zug (1 / 4 / 27) im alten Lager beim I. / I.R. 425 (westlichTortolow) : Fertigstellung der beiden großen 18-Mann-Bunker
In der Nähe des Btl.-Gef.-Standes. Gruppe Nagel : Bau eines
MG-Bunkers 1 km westlich Tortolowo (Nachtarbeit).
Trupp Uffz. Mäke (1 / 5) : Fortführung des Baumverhaues beim
III. / I.R. 385.
Trupp OGefr. Friedrich (- / 5) : Ausbesserung einer Brücke an
der Straße von Kelkolowo nach Gaitolowo vom 7.1.42 bis 12.1.
42 (unterstellt III. / I.R. 385)
Trupp Uffz. Adler (1 / 4) : Sägewerk Lesja.
Troß, Gesch.-Zimmer, Handwerker und Kranke (18 !) in Sigalowo.
Die Feldküche fährt täglich nach Ästonsky vor. Am 7.1.42
treffen 10 Mann Ersatz in Ästonsky ein und werden auf die
Züge verteilt. Am 10.1.42 wird I./ I.R. 425 durch II. / I.R. 425
abgelöst, dem der 1. Zug wieder unterstellt wird.

Seite 67

Pi.Btl.223 ……………………………………………….Btl. Gef. St., den 27. Dezember 1941



Betr.: Brückenerkundung. Eingang 28.12.41

An
Kommando 223. Inf. Div.
Abt. Ia.



Anliegend legt das Btl. Das Ergebnis der Brückenerkundung an der
Straße Kelkolowo – Gaitolowo (etwa 2,5 km ostwärts Kelkolowo)
vor.
Die Schäden sind geringfügiger Art. Deshalb schlägt das Btl. vor,
die Ausbesserungen später vorzunehmen, sobald Pionier-Kräfte zur
Verfügung stehen.



Pötschke

29.12.41

30.12.1941
U. den I.R. 425

An 1. / Pi. 223



3.1.42
Die Brücke ist durch die unterstellte Pi. Kp. gem. anl.
Vorschlag auszubessern. Vollzug zu melden.

Unterschrift nicht lesbar !







Rückseite :

Fertiggestellt am 10.1.42

Ar.

Seite 68

3. Komp…………………………………………………………………O.U., den 25.12.41

Dem
B a t a i l l o n.



Brückenerkundung an der Staße Kelkolowo – Gajtolowo etwa 2,5 km ostwärts
Kelkolowo.

In dieser Gegend befinden sich 3 Brücken :

a) Die längste etwa 25 m lang, besitzt 5 Schwelljoche, davon hat sich dasmittlere Joch etwa 25 cm einseitig gesenkt, was jedoch schon vor
der Frostperiode geschehen sein dürfte. Im Längsverband ist eine
Verschwertung gelöst. Das Geländer ist ausbesserungsbedürftig. Die
Fahrbahn zeigt starke Schlaglöcher in der vereisten Schneedecke.

Vorschlag : Fahrbahn wird ausgeglichen, Längsverschwertung ergänzt,
Geländer instandgesetzt. Zur Kontrolle, ob weitere Setzungen vorkommen,
wird ein Pfahl neben dem betreffenden Joch eingesetzt und eine Marke
angebracht.

b) Von 2 kleinen Brücken ist das Geländer der einen zerstört und mußinstandgesetzt werden.

Kräfte : für a + b = 1 Gruppe

Zeit : für a + b = 3 Tage unter der Voraussetzung, dass die
Betreffenden in der Nähe Unterkunft finden.

Materialbedarf : 20 Klammern
2 kg 120er Nägel + 10 m Bandeisen
Rundholz aus dem nahen Wald.





? (nicht lesbar)

Hptm.u.Komp.Chef.

Seite 69

Infanterie – Regiment 425 ……………………………………Rgt.Gef.St., den 1. Januar 1942.Ia –_____________________
Betr.: Brückenerkundung

An

Kommando 223. Inf. Division – Ia –

Zu dem Erkundungsergebnis des Pi. Btls. 223. hinsichtlich
der Brücken an der Strasse Kelkolowo – Gaitolowo meldet
das Regiment, dass die Brücke durch die unterstellte Pi.-Komp.
ausgebessert werden wird, wenn nach Eintreffen und Verwendungs-
möglichkeit des Ersatzes entsprechende Kräfte von der vorn
eingesetzten Pi.-Komp. Freigemacht werden können.





?? (nicht lesbar)

Oberst

Seite 70

Pi. Btl. 223. ……………………………………………………Btl.Gef.St., 11.1.1942



B e f e h l

Zur Verlegung des Btl. nach Sologubowka und in den
Raum südlich Sologubowka.



1.) Das Btl. räumt bis 13.1.42, 10.00 Uhr, S i g a l o w o,das dem I.R. 385 als Unterkunft für das jeweilige Ruhebtl.
Zugeteilt wird. Als neue Unterkunft werden zugewiesen:

dem Stab und der 3. Kp. Sologubowka
der 1. Kp. Lesja
der 2. Kp. Iwanowo.

Die Mitnahme jeglichen Unterkunfts- und Ausstattungsgerätes
anlässlich der Verlegung ist verboten. Zuwiderhandlungen
werden unnachsichtlich bestraft.

2.) Nachkommando und Teile des Trosses der 2. Kp. in Stärkevon etwa 16 Mann und 14 Pferden ist in Lesja durch 1. Kp.
unterzubringen und wirtschaftlich zu versorgen.

3.) Am 12.1.42 sind durch Stab und 1. Kp. Vorkommandos zur Über-nahme und Vorbereitung der neuen Unterkünfte zu entsenden.

4.) Nachrichtenstaffel schließt das Geschäftszimmer und dasOffiziersquartier am 13.1.42 bis 10.00 Uhr an das Netz in
Sologubowka an.

5.) Der Troß der 1. Kp. und 2. Kp. ist ab 13.1.42 durch 3. Kp.zu verpflegen.




Pötschke



Verteiler :
Stab = 1
1.Komp. = 1
2.u.3. Komp. = 2
Kr.T.B. = 1

= 6

Seite 71

1. / Pi. 223 ……………………………………………………Kp.-Gef.-Stand, am 16.1.1942



Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
Für die Zeit vom 12. Bis 16.1.1942.



12.1.-16.1.42 Kp.-Gef.-Stand Ästonsky.

Ästonsky: 2. Und 3. Zug haben die Quartiere weiter ausgebaut.
Endlich wieder Tageslicht und Waschgelegenheit !
Fertigstellung der Wohnbunker a, b und c (siehe Skizze
1 : 5000). Mündliche Anerkennung durch General Lüters
und Regt.-Kdr. Oberst Erhart für das unerwartet rasche
Arbeitstempo trotz der enormen Kälte (durchschnittlich
20 – 30 Grad). Vergl. Wochenbericht vom 15.1.42.

Altes Lager bei II. / I.R. 425 (westlich Tortolowo) :
1.Zug Fertigstellung von 2 MG-Bunkern 1 km westlich
Tortolowo (Nachtarbeit) und 1 MG-Bunker in der Riegel-
Stellung 700 m westlich des Btl.-Gef.-Standes.

Trupp Uffz. Mäke : Fortführung des Baumverhaues bei III. / 385.

Trupp Uffz. Adler : Sägewerk Lesja.

Gesch.-Zimmer, Troß und Kranke in Sigalowo.

Küche 1 / 3, Handwerker - / 3 und 2 Fahrer mit 4 Pferden siedeln
am 12.1.42 zum Kp.-Gef.-Stand nach Ästonsky über.
Das Gesch.-Zimmer und der Troß werden am 13.1.42 von
Sigalowo nach Lesja verlegt. Dort Quartierausbau.

Gefechtsstärke der Kp.: 3 / 11 / 94
ohne Gesch.-Zimmer, Troß, Kraftfahrer und Kranke.

Seite 72

1. / Pi. 223 ……………………………………………………………………am 15.1.1942

Betr. Wintererfahrungen.

An das Batl.

Bekleidung.
Uniform und Mantel.Es fehlt in den engen Bunkern an einer Möglichkeit
zur Ausbesserung. Es fehlt auch an Licht dazu. Bei Einsatz
in kleinen Trupps leiden die Sachen am meisten,
da keine Möglichkeit besteht, den Schneider zu erreichen.

Pelzmäntel
Die Pelzmäntel behindern beim Schießen. Sie wurden
z.T. nur umgehängt u. beim Schießen abgeworfen.

Stiefel
Bei langer Arbeitszeit können die Mannschaften ihre
Füße nur an offenem Feuer wärmen. Dabei ver-
brennen die Stiefel. Es sind Holzkohle – Wärmeöfen
an den Arbeitsstellen erforderlich.
Bei langer Arbeitszeit sind Filzstiefel unentbehrlich.
Es liegen ungewöhnlich viel Erfrierungen der Zehen
vor, weil beim Arbeiten ein Umwickeln der
Stiefel hinderlich ist. Beim Postengehen kann man sich helfen,
beim Arbeiten nicht.

Handschuhe
Fingerhandschuhe sind völlig unzureichend. Sie wärmen
nicht und sind in wenigen Tagen bei der Arbeit
verbraucht. Die Komp. Hat sich selbst Fausthandschuhe
angefertigt: innen alte Wagenplanen, außen alte
Decken. Diese haben sich bewährt. Sie können
nicht fest und warm genug sein.

Unterkunft
Die üblichen 3 Mann-Bunker fressen Holz zur Feuerung
und Licht. Außerdem schon beim Bau viel Material
(Türen, Öfen, Ofenrohr u.s.w.)
Zweckmäßig sind Gruppenbunker mit Etagenbettpritschen,
möglichst Tageslicht.
Die Schützengrabenöfen sind für Holzfeuerung ungeeignet.
Es fehlen ganz einfache Blechtonnen. Das gelieferte
Ofenrohr ist zu eng, mindestens 12 cm Durchmesser.

Transportmittel
Die Finnenhandschlitten mit Scheeschuhkufen haben
sich in dem tiefen, weichen Schnee bewährt. Sie eignen
sich besonders gut zum Transport der Arbeitsgeräte.

Verpflegung

Die Mannschaften entwickeln bei durchgehender
Arbeitszeit einen riesigen Hunger. Sie essen
um 3 Uhr nachmittags die Mittags- und Abend-
Mahlzeit auf einmal vollständig auf.
Das jetzt gelieferte weiße Brot isst sich zu schnell weg.
Das Essen ist sehr gut, aber bei ununterbrochenem
Einsatz in dieser Kälte für Pioniere nicht ausreichend.
Ich höre jeden Tag: wir haben Hunger.
Ich habe empfohlen, wenig u. öfter zu essen, aber wenn
die Küche kommt, fallen die Mannschaften wie Wölfe
darüber her. Die Zukost reicht im Allgemeinen. Es fehlt Brot.
Schnaps wurde ausreichend geliefert. Rauchwaren sind
knapp.
Wir helfen uns durch Ausgraben von Kraut in den
verschneiten Gärten.
Es ist notwendig, dass die Mannschaft mindest. 1 Tag in
der Woche frei hat, um sich einmal selber helfen zu
können. Der ununterbrochene wochenlange Einsatz
ohne einen Tag Ruhe ist nur weiter durchführbar,
wenn die Brotration wesentlich erhöht wird.



Arnold
Hptm.

Seite 73

1./ Pi. 223………………….Für Kriegstagebuch…………………………….15.1.42

Komp. Gefechtsstand



An Pi. Batl.223

Anbei überreicht die Kompanie

1 Skizze 1: 5000
1 Skizze 1 : 25 000

mit den eingezeichneten Wohnbunkern.

Die Bunker I – III sind fertiggestellt.
Die Bunker a, b und c (Skizze 1 . 5000) werden
am Freitag, den 16.1. fertiggestellt.

Der Stützpunkt 7 ist von Pak bezogen worden
bei Stützpunkt 6 fehlt die Abdeckung.

III/ IR 425 hat gebeten, dass die Komp. den
Bunker eindeckt. Ich habe das Zugesagt.
Er wird am Sonnabend, den 17.1. fertig.
Außerdem hat die Komp. dem Batl. Einen
Kleinen Sprengtrupp zur Verfügung gestellt.



Arnold



Oberst Reinhard (?) hat sich beim III Batl. sehr lobend
über die Arbeiten der Pioniere ausgesprochen.
Die Scheune bei Bunker III soll gesprengt werden.

Seite 74

1./ Pi. 223……………………Komp. Gefechtsstand…………………….18.1.42 – 24.°° Uhr




An Pi.Batl. 223

zur Arbeitsmeldung vom 15.1.42

Außer den in der Meldung vom 15.1.42 angeführten, vom 2. und 3. Zug
fertiggestellten 6 Wohnbunkern
im Abschnitt von III./ IR. 425
wurden seit 6.1.42 bis 15.1.42 vom 1. Zuge
im Abschnitt von II./ IR. 425 fertiggestellt:

3 Wohnbunker

davon 2 etwa 1½ km westlich Tortolowo
und 1 etwa 700 m westl. des Batl. Gef. Standes (Riegelstell.)
Außerdem wurden 50 spanische Reiter hergestellt.





Arnold
Hptm.

Seite 75

Lageskizze

Lage bei Tortolowo am 18.01.1942

Seite 76

1./ Pi. 223……………………………………………………….Kp.-Gef.-Stand, am 23.1.1942



Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 17. bis 23.1.42



17.-23.1.1942
a.) Kp.-Gef.-Stand Ästonsky bei III./ I.R. 425. 2. und 3. Zug.
Fertigstellung der Wohnbunker d, e und f
(siehe Wochenmeldung vom 22.1.42 und Skizze 1 : 10 000).
In der Nacht vom 18. zum 19.1. Alarm, weil der Russe
rechts vom Btl.-Abschnitt angreift.

b.) Altes Lager bei II. / I.R. 425 (westlich Tortolowo).
1. Zug. Bau eines Bunkers beim Kp.-Gef.-Stand 7./ I.R. 425
hart nördlich Tortolowo.
Herstellung von insgesamt 100 spanischen Reitern, die
zum Teil vor der vordersten Linie aufgestellt werden.
Am Abend des 18.1. wird der 1. Zug als Infanterie im
Abschnitt der 6./ I.R. 425 eingesetzt, weil der Russe
angreift. 18,30 Uhr Befehl durch Hptm. Leistner
(II./ I.R. 425), spanische Reiter 50 m vor der vordersten
Linie zu setzen. Verluste durch Granatvolltreffer im
Hindernis :
Uffz. Sliva, Granatsplitter in Schulter
Opion. Rauch, Granatsplitter in Brust und Oberarm.

(vergl. Bes. Meldung der 1. Kp. v. 18.1.42 an Pi.Btl. und
Anerkennung des Kdrs. vom II./ I.R. 425 v. 19.1.42)
c.) Trupp Uffz. Mäke 1/5 : Beim III./I.R.385 Baumverhau bis
22.1. Am 23.1. kommt Trupp Mäke wieder zum 3. Zug nach
Ästonsky.
d.) Trupp Uffz. Alder 1/4 : Sägewerk Lesja.
e.) Trupp Schibelius -/2 : In Ästonsky bei 9./I.R. 425 Sprengkdo.
Am 23.1. sind vorn eingesetzt:Zug bei II./ 425 Tort. 3/26und 3. Zug bei III./425 Äst. 3/7/65
zusammen: 3/10/91
In Lesja verbleiben: Gesch.-Zimmer. Kraftfahrer, Troß und
Kranke. In der Nacht vom 20. zum 21.1. russischer
Fliegerangriff auf Lesja. Es wurden 3 Bomben geworfen,
die in der Nähe der Gefechtswagen der Kp. niedergingen,
ohne wesentlichen Schaden anzurichten. Am 21.1. stellt
der Troß 7 Mann Brückenwache.

Es herrscht andauernd große Kälte bei Nord- bis Ostwind. Am
21.1. wurden 38 Grad gemessen. Der Durchschnitt lag bei
- 30 Grad (vergl. Feindnachrichten v. 16.1.42).

Seite 77

1./Pi. 223……………………………………………………………………Am 22.1.42

Betr. Arbeitsbericht

Hierzu: 1 Karte 1 : 10 000
1 Arbeitsbericht




An Pi. Batl. 223

In der Zeit v. 7.1.42 – 22.1.42 wurden von
der 1. / Pi. 223 fertiggestellt :

Vom 1. Zuge im Abschnitt II./I.R. 425 4 BunkerVom 2. u. 3. Zuge im Abschnitt III / 425 9 Bunker
Außerdem wurde 1 von der Infanterie
begonnener Bunker vertieft, ausgebaut,
überdeckt u. getarnt. (Nr.6) 1 Bunker
zs. 14 Bunker



Außerdem wurde im gleichen Zeitabschnitt
mehr als 100 spanische Reiter gebaut
und versetzt.







Arnold

Hptm.

Seite 78

1./ Pi. 223………………………..Komp.Gef.Stand……………………………..22.1.42

An Btl.
Arbeitsbericht bis 22.12.42
Hierzu 1 Karte 1 : 10 000
Im Arbeitsabschnitt der 1. Komp. wurden folgende
Bunker fertiggestellt (von rechts nach links
Fortlaufend nummeriert).

Bunker Nr.------------ Belegfähigkeit ---------Bemerkungen

1 -------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./ Pi. 223
2------------------------- zs. 18 Mann---------------- Komp.Gef.Stand 10./IR 425
-----------------------------------------------------------Bestehend aus 8 kleinen
-----------------------------------------------------------Bunkern für 2-3 Mann
---------------------------9 Mann-----------------------3 kleine Bunker für zs. 9 Mann
-----------------------------------------------------------sind unbelegt.
-----------------------------------------------------------2 kl. Mun.-Bunker vorhanden.
3--------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223
4--------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223
5--------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223
6--------------------------12 Mann---------------------angef. Von Infanterie
-----------------------------------------------------------Fertigestellt am 23.1.42
-----------------------------------------------------------durch 1./Pi 223
7--------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223
8--------------------------12 Mann---------------------erbaut Pak.
9--------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223
10------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223 bis 23.1.42
11------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223 bis 23.1.42
12------------------------12 Mann---------------------erbaut von 1./Pi 223 bis 23.1.42

Es wird vorgeschlagen auszubauen:

1. als Stützpunkt (noch 2 Bunker rechts)
2. als Stützpunkt noch 2 Bunker links
3. als Stützpunkt noch 2 Bunker rechts
4. u. 5. als Stützpunkt noch 1 Bunker ?
6. u. 7.als Stützpunkt (noch 1 Bunker dazwischen)
8. als Stützpunkt noch 2 Bunker darunter
9. u. 10.als Stützpunktnoch 1 Bunker rechts
11. u. 12. als Stützpunktnoch 2 Bunker links.
Zs. 8 Stützpunkte zu je 3 Bunkern

noch zu bauen 12 Bunker
fertiggestellt: 12 Bunker

Wenn mehr Bunker benötigt werden, könnte entweder
zwischen 2 u. 3 ein Stützpunkt eingeschoben werden,
oder 6 u. 7 werden zu je 1 Stützpunkt ausgebaut.

Arnold Hptm.

Seite 79

Stand am 22.1.1942

Pi Btl 223 Lageskizze bei Astonskij

Seite 80

Abschrift
1./Pi 223……………….Komp. Gefechtsstand……………………18.1.42—24.°°Uhr



An Batl.

Der 1. Zug des 1./Pi 223 wurde am 18.1.42
18.3° Uhr als Grabenbesatzung im Abschnitt der
6./IR. 425 eingesetzt.
(zwischen der ehem. Stellung Reppe und Dade).

Der Russe hatte angegriffen und die 6. Komp.
war durch Ausfälle geschwächt. Die erwartete
Verstärkung durch I./IR: 425 war noch nicht
eingetroffen.
In dieser kritischen Lage erhielt der 1. Zug
(Fw. Kröwing) von Hptm. Leisner (?) (II./IR. 425)
Befehl vor der 1. Stellung der 6. Kompanie
Vorbereitete spanische Reiter zu setzen.
Beim Setzen der Reiter, 50 m vor der vordersten
Linie, schlug 1 russische Granate zwischen
dem 3. und 4. spanischen Reiter ein,
Hierbei wurden schwer verwundet:

Uffz. Sliva Schulterschuß
Pion. Rauch (??) Brust- und Armschuß

20.°° Uhr wurde der Pion. Zug durch einen
Zug vom I./IR. 425 abgelöst.

Die Verwundeten wurden vom Pionierzug
zurückgebracht u. vom Verbandsplatz
ins Lazarett abtransportiert.

Der 2. Und 3. Zug waren heute Abend
ebenfalls alarmbereit und sollten in
vorderster Stellung eingesetzt werden
(unterstellt III./ IR. 425).

Zu einem Einsatz ist es aber nicht
gekommen.



Arnold
Hptm.

Seite 81

Feldw. Kröwing…….7te Meldung…………Gefechtsstand…….18.1.42—21.°°Uhr
II./ IR. 425



An 1./ Pi 223

Der Zug wurde 16.3° im Abschnitt der 6. Komp. eingesetztu. besetzte bis 18.3° die Gräben im Kp. Abschnitt.

Ich erhielt in der Stellung der 6. Kp. vom Btl. KommandeurII./ IR. 425 18.3° den Befehl, die bei der Kp. bereitgestellten
11 span. Reiter vor die Stellung zu bringen. Diese wurden
wie befohlen gestellt.
Beim verbringen wurde Uffz. Sliva u. Ob.Pi. Rauch (??) durch Granatsplitter verwundet. Die beiden
Verwundeten wurden von Leuten der 1. Gruppe
zurückgeberacht u. vom Verbandsplatz ins Lazarett
transportiert.

Der 1. Zg. wurde 20 Uhr durch einen Zg. der Inf.abgelöst u. befindet sich in den alten Unterkünften
beim Btl. II./ IR. 425.





Melder:
Gefr. Fritzsche (??)
Kröwing, Feldw.

Seite 82

II./ I.R. 425…………………………………………………………Btl.Gef.St., 19.1.42



Der Herr Divisionskommandeur hat dem Btl.
seine besondere Anerkennung für die erfolgreiche Abwehr des
starken russischen Angriffs am 18.1.42 ausgesprochen. Ich danke
allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften des Btl. und
der unterstellten Einheiten, insbesondere der 6. Kp. und den ihr
unterstellten Teilen der 8.Kp. für die in diesem Kampfe bewiesene
Tapferkeit und Entschlossenheit.



Der gestrige Tag hat erneut gezeigt, dass wir
dem Russen überlegen sind. Aufmerksamkeit auf Posten, Ruhe und
Besonnenheit, wenn der Gegner angreift, Feuer im rechten Augenblick –
das sind die Voraussetzungen dafür, dass die Russen sich
bei uns immer wieder blutige Köpfe holen.



Verteiler:
5.-8.Kp. ----------------je 4
Stab ---------------------- 3
I.G. Zug Pfannkuche---- 1
I.G. Zug Keilig------------ 1
Pz.J. Zug Köter -----------1
Pz.J. Zug Herbst ----------1
Pi. Zug Kröwing----------- 1

-----------------------------24

Leihsner (?)
Hptm.u.Btl.Kdr.

Seite 83

Gen.Kdp.XXVIII.A.K……………………………………..K.Gef.St., den 16.1.1942.
Abt.Tc.



Betr.: Feindnachrichten.

Nachstehend werden aufgefangene Funksprüche des Schtz.Rgt. 1013
der 285. Schtz.Div., die in den Kämpfen auf dem rechten Flügel des
Korps durch die 269. I.D. zerschlagen wurde, bekanntgegeben.

10.1.42

1. „Im Hinblick darauf, dass ich Lebensmittel nur bis zum 7.1. er-halten habe, befinden sich meine Leute seit 3 Tagen ohne
Verpflegung. Infolgedessen sind sie so geschwächt, dass sie nicht mehr in der
Lage sind, jede beliebige Arbeit auszuführen. Sie sind so
geschwächt, dass sie sich nicht selbständig fortbewegen können.
Wenn nicht sofort Lebensmittel herangeschafft werden, so werden
sie kampfunfähig, und das ganze Material ist nicht mehr
wegzutransportieren. Nach Mitteilung des Btl.Kdeurs. haben alle
Leute abgefrorene Hände und Füße. Ich bitte um sofortige
Zustellung von Lebensmitteln oder um die Genehmigung, heute
über die Bahnlinie zurückzugehen.“

2. „Ich bitte um Zustellung von Lebensmitteln, Filzstiefeln und Handschuhen.“

3. „Ich bitte, in die vordere Linie Munition, Minen, GranatenUnd Panzer zu bringen.“


11.1.42

„Gefechtsstärke des Schtz.Rgt. 1013: Minenwerfer-Btl. 19 Mann,
II.Btl. 50 Mann, III.Btl. 31 Mann, Nachr.Btl. 16 Mann, insgesamt
116 Mann. Wegen Schwäche sind in den letzten 24 Stunden
gestorben: 11 Mann.“

12.1.42

1. „Das Regiment kann die gestellten Aufgaben nicht ausführen.Außer der augenblicklichen Zahl der Kampffähigen sind 18
Mann des Ersatzes kampffähig. Der Restteil verlangt unmittel-
bare Hilfe zur Heilung der Kranken.

Ich bitte um Hilfe zum Herausbringen des Materials und
unmittelbar das Rgt. In die Etappe führen zu dürfen, um es in
Ordnung zu bringen.“

2. II.Btl.: Gestorben 4 Mann, gefallen 1 Mann, verwundet
4 Mann. Kampffähig 8 Mann.
III.Btl.: 35 Mann. Kampffähig 7 Mann, die übrigen krank.

3. “Ich melde, dass das Rgt. nicht imstande ist, überhaupt
noch eine Aufgabe auszuführen. Der gesamte Mannschafts-
bestand ist krank und nicht in der Lage, allein zu gehen.
Die Führer sind alle krank. Ich bitte eindringlich um
Hilfe beim Herausziehen des Materials und der Menschen,
die ohne Bewegung liegen. Noch 2 Tage, und alle Leute
bleiben hier, und das Material geht verloren. Nochmal
bitte ich um sofortige Hilfe zur Rettung der Leute und
der Waffen.

Der Kommandeur des Rgt. Major Poltschik
Der Kommissar : Unterschrift.
Der Chef des Stabes : Unterschrift.

Verteiler:

Btle.
Für das Generalkommando
Der Chef des Generalstabes

Unterschrift nicht lesbar.

Seite 84

Flugblatt

russisches Flugblatt durch Flieger abgeworfen 01.02.1942

Seite 85

1./Pi. 223 …………………………………………………… Kp.-Gef.-Stand, am 29.1.1942



Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
Für die Zeit vom 24. Bis 29.1.42.
24.-29.1. a.) Kp.-Gef.-Std. Ästonskij.

Der 2. und 3. Zug setzen die Arbeiten in der Riegelstellung
beim I.R. 425 fort. Es werden 5 Wohnbunker fertiggestellt.
Zu vergl. Arbeitsbericht vom 29.1. und Skizze 1 : 10000.

b.) Altes Lager bei II./I.R. 425
Der 1. Zug (Fdw. Kröwing) arbeitete bei der
5./I.R. 425 am Ausbau der Gräben
6./I.R. 425 am Ausbau von Bunkern
7./I.R. 425 Neubau eines Bunkers
Schallmesstrupp : Neubau eines Bunkers
Erweiterung und Ausbau des Btl.-Gef.-Standes

Am 28.1. zieht die Gruppe Vetters vom 1. Zug nach Ästonskij,
sodass nur noch zwei Gruppen unter Fdw. Kröwing beim II./I.R. 425
verbleiben.

c.) In Lesja verbleiben: Gesch.-Zimmer, Kraftfahrer, Tross und
Kranke. Wiederholte nächtliche Flieger-
Angriffe auf Lesja.

d.) Im Sägewerk Lesja: Trupp Adler 1 / 4.

Die ersten Sendungen aus der Wollsammlung treffen bei der
Truppe ein. Durchschnittliche Temperatur -20 Grad.





Arnold

Seite 86

1./ Pi. 223……………………Komp. Gefechtsstand……………………..…5.2.42

An Btl.

Arbeitsbericht
für die Zeit vom 30.1. bis 5.2.42

Bis auf einige kleine Arbeiten, die am 6.2. fertig-
gestellt werden, wurden in der Berichtswoche
fertiggestellt in der Riegelstellung:
6 Wohnbunker
und zwar: Nr. 3,10,17,23,30 und 31.
zu vergl. beiliegende Skizze.

Außerdem wurde der große Bunker Nr. 33 (Batl. Bunker)
begonnen.



Arnold



Außerdem wurde vom Zuge Kröwing 1 Bunker
in vorderster Linie bei II. IR 425 fertiggestellt
und Schützengräben vertieft und der Batl. Bunker
erweitert.

Seite 87

1./ Pi. 223……………………………………………………….O.U., den 5.2.42

Zeitnotizen zum Kriegstagebuch
für die Zeit vom 30.1. bis 5.2.42.

30.1.-5.2. a.) Kp.-Gef.-Std. Ästonskij.

Der Hauptteil der Kp. ist seit 4 Wochen (seit 6.1.) in
Ästonskij untergebracht und arbeitet am Ausbau der Riegel-
stellung. Nach dem fortgesetzten Quartierwechsel in den
Monaten November und Dezember wirkt sich der geschlossene
Einsatz der Kp. zu einer größeren technischen Aufgabe
wohltuend aus: die Mannschaften leben auf, der Gesundheitszustand
bessert sich trotz der enormen Kälte, die Stimmung ist gut.
Die Quartiere sind zwar sehr eng (20 Mann in einer Stube
von 4 x 5 m), es sind aber nach vielen Wochen Bunkerleben
wieder einmal menschliche Behausungen. Die Arbeitsleistung
ist gut und findet wiederholt Anerkennung (vergl. Btl.-Bef.
Nr. 15 v. 31.1.42). Aus der Heimat kommen in reichem Maße
Wollsachen an und werden dankbar in Empfang genommen.
Am 30.1. werden 9 Mann der 1.Pi.Kol. zur Kp. kommandiert und
auf die Gruppen verteilt.
Arbeitsleistung des 2. und 3. Zuges einschließlich Gruppe Vetters:

2 begonnene Bunker fertiggestellt
4 Bunker angefangen und fertiggestellt
2 Bunker begonnen.

Zu vergl. Arbeitsbericht vom 5.2.42 und Skizze 1 : 10000

b.)Trupp Kröwing (2 Gruppen) setzt bei II./I.R. 425 die
Arbeiten fort.

c.) In Lesja verbleiben: Gesch.-Zimmer, Kraftfahrer, Tross
und Kranke.

d.) Im Sägewerk Lesja: Trupp Adler : 1 / 4

e.) Am 4.2. werden zur Panzerjägerabtlg. 223 in Karbusselj
als Minensuchtrupp abgestellt:
4 Gefreite (Führer Gefr. Winter).

f.) Am 4.2. werden auf Befehldes Div.-Kommandeurs für ein
Stoßtruppunternehmen beim II./I.R. 385 abgestellt:
2 Uffz. 8 Mann

Das Unternehmen wird aber noch am 4.2. abgesetzt. Dafür wird
der Pi.-Stoßtrupp auf den linken Flügel vom I.R. 385 zu
einem Stoßtruppunternehmen in Marsch gesetzt. Der Trupp
wird am 5.2.42 bei der 9./I.R. 385 in vorderster Linie
untergebracht.

Gefechtsstärke am 1.2.:
in Ästonskij ---------3 / 8 / 79
beim II./I.R. 425------ 2 / 18

zs.: -----------------3 / 10 / 97

Es herrschen durchschnittlich 15 Grad Kälte. Nach den niedrigen
Temperaturen im Januar erscheint dies fast warm.
Am 2.2. wird dem Uffz. Sliva und dem OGefr. Henschel, Erich,
das EK II verliehen.

Riegelstellung

Skizze der Bunker bei Ästonskij/Mga

Flugblatt