Diepholz 1636

Diepholz 1636

Diepholz 1636 im 30. jährigen Krieg



Während des Jahres 1636 fiel auch Diepholz in die
Hände der Schweden, in deren Heere auch der oberste Beamte
der Grafschaft Diepholz, der Landdrost Cord Plate v. Gehle
Offizierdienste angenommen hat, wohl auch aus dem Grunde,
um so seine Besitzungen in Dörpel und Hollwinkel besser
schützen zu können. Superintendent Stölting berichtet ferner,
offenbar nach Akten, dass der Landdrost und sein Amtmann
beim Herannahen der Schweden sich nach Bremen geflüchtet
hätten. Von Bremen aus seien Verhandlungen mit den
Schweden geführt worden. „Dieselben ließen sich bereit
finden, aus Diepholz abzuziehen gegen eine Zahlung von
2000 Talern in barem Gelde, die der Oberst Steinecker
persönlich erhielt, der Kapitän Tabbert erhielt 250 Taler usw.
Außerdem mussten 50 Fuder Roggen nach Nienburg und
Minden geliefert werden. Dieser Roggen konnte nur zum
Teil im Diepholzischen selbst aufgebracht werden. Das vor-
rätige Getreide und der gesamte herbeizuschaffende Zehnte
betrug 4 1/2 Fuder!“ 3 Fuder wurden von Herrn v. Corn –
berg (zu Auburg, damals hessisch) geliehen, der Rest in Bre-
men oder sonst wo (im Oldenburgischen) gekauft für den un-
geheuren Preis von 1513 Rt. Das Geld musste sofort da
sein…. Der Landdrost gab 1546 Taler, der Amtmann
100 Taler, ein Rittmeister 100 Taler, Bernhard Ledebur
100 Taler, Hans Bremer 100 Taler, Franz Johann Dudde
200 Taler, der Flecken Diepholz 150 Taler, der Flecken
Barnstorf 100 Taler, der Bauer Böske Schierholte in Wohl-
streck 50 Taler, der Bauer Rabbe Royke in Donstorf 15
Taler, die Vogtei Drebber 302 Taler, die Vogtei Barnstorf
185 Taler, durch Kontribution von den Bürgern gingen ein
92 Taler usw. Noch am Ende des Jahrhunderts mussten
sich die Erben der Darleiher um Wiedererlangung der vor-
gestreckten Gelder bemühen.

[Quelle : Heimatblätter der Stadt Diepholz]



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