Diepholz 1795
Der Wallmoden-Damm
Im Jahre 1795 machte die militärische Lage eine rasche Verbindung zwischen Diepholz und dem Emsland dringend erforderlich. Diese Verbindung diente auch die Wegstrecke von Diepholz nach Vechta, die bisher mancherlei Schwierigkeiten bot. Sie ging durch ein tiefes Moor, das zu beiden Seiten der hannoversch-münsterschen Grenze lag. Der Weg war an dieser Stelle nur bei Frost oder sehr trockenem Wetter passierbar. Bei jeder anderen Wetterlage musste man das Moor umgehen und den weiten Umweg über Goldenstedt machen, wodurch die Reise um drei Stunden oder mehr verlängert wurde. Der Oberbefehlshaber der hannoverschen Truppen, der Reichsgraf von Wallmoden-Gimborn, ordnete daher an, es solle mit möglichster Beschleunigung ein fester Damm durch das Moor gelegt werden und über die Dadau eine sichere Brücke gebaut werden. Abgesehen von dem Brückenbau wollte man die arbeit im Hofdienst ableisten; wesentliche Kosten sollten nicht erwachsen. So musste dann auch Diepholz gegen alle sonstigen Gewohnheiten schwere Spann- und Handdienste leisten. Gleich in der ersten Woche (vom 13. bis 18. Juli 1795) hatte es 80 Mann und sieben Wagen zu stellen. Die sonst so häufigen Berufungen auf alte Freiheiten wurden überhaupt nicht angenommen; doch sollte den zu diesen Arbeiten herangezogenen aus ihrer Beteiligung kein rechtlicher Nachteil erwachsen. Die Leitung lag in den Händen eines Offiziers. Die Diepholzer standen dabei unter der besonderen Aufsicht des Grasvogts Wienstroh. Dieser hatte die ausgebliebenen sofort zu melden, die dann durch militärische Zwangsmittel zu ihrer Arbeit herangezogen werden konnten. Bei diesen energischen Maßnahmen wurde der Moordamm noch im Laufe des Sommers fertig. Er hieß der Wallmoden Damm, ein Name, der sich bald verloren hat. Von 1814 an wurde der ganze Strassenzug nach Vechta als Chaussee aufgefasst. Er blieb auch damals noch ungepflastert. Auch der Ausgang aus Diepholz war einstweilen noch recht umständlich. Die Strasse über Ovelgönne und Falkenhardt war noch nicht dem öffentlichen Verkehr zugänglich, da die Huntebrücke dem Herrn von Voß gehörte, der sie nicht freigab. Der Weg nach Vechta ging vielmehr vom Kohlhöfen aus auf der alten Heerstrasse (Philosophenweg) am Kirchhof vorbei über die Landriede-Brücke bog dann nach links ab nach der wegen ihrer Unwegsamkeit von den Fuhrleuten besonders gefürchteten „Düsteren Strasse“ und dem Heeder Maschweg und brachte den reisenden endlich auf dem Heeder Torfweg über die Heeder Torfbrücke nach der Vechtaer Landstrasse [...]
[Diepholzer Heimatblätter 24.12.1949]
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