Diepholz 1849 Beschreibung der Stadt

Diepholz 1849

In Diepholz herrschte Ruhe nach dem Sturm. Die
2544 Einwohner des Landstädtchens überließen sich wieder
dem beschaulichen Dasein der Biedermannzeit. Die Bürger-
wehr des Jahres 48 war längst aufgelöst und vergessen. Die
Bürger und Gastwirte der Amtsresidenz aber wurden sichtbar
beneidet von den Barnstorfern, die sich ihrerseits in der
Hoffnung wiegten, Sitz eines Amtsgerichts zu werden. Mit
Hilfe des Abgeordneten Stubbe aus Donstorf, der wieder in
die Hannoversche Ständekammer gewählt war, hofften sie,
dieses Ziel zu erreichen. Ein entsprechendes Gesuch hatte der
Bürgermeister Isern schon am 17. Dezember 1848 an die
Staatsregierung gerichtet. In der Nachricht betonte er,
daß Barnstorf im Jahre 1849 starke Einquartierungen durch
Bundestruppen gehabt habe, während die übrigen Flecken
keine Lasten davon gehabt hätten. Minister Stüve antwortete
ausweichend und wies auf Wagenfeld hin, das als ehe-
maliger Amtssitz nähere Ansprüche erheben könne, aber nicht
erhob. Es ist denn auch nichts aus diesem Traum geworden.

[Diepholzer Heimatblatt Nr. 1 1949]



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