Diepholz 1875 Beschreibung der Stadt
Diepholz 1875
Diepholz, Flecken. Landdrostereibezirk Hannover, Oberpostdirektionsbezirk Bremen,
Kreis und Amt Diepholz, unter 52° 26`n. Breite und 26° 2`ö Länge, Station der
Hamburg- Venloer Eisenbahn, an den Kunststraßen von Bremen nach Osnabrück bz.
von Diepholz nach Nienburg und Vechta, 52 km n-ö von Osnabrück, an der Hunte bz.
einem die Lohne genannten, bereits 1587 erbauten Moorkanal, auf flachem Bruch
und Sandboden, von einem großen, zwischen Hase und Hunte gelegenem Moore,
dem sog. Diepholzer Moore umgeben. Die Hauptnahrungszweige der 2611 meist
luth. Einwohner bilden Ackerbau und Viehzucht, besonders Flachsbau , sowie Gänse
und Schweinezucht. Außerdem Leinweberei, Torfgräberei, 4 Zigarrenfabriken,
2 Wollkratzereien, 1 Dampfmühle, 1 Fabrik für Landwirtschaftliche Geräthe,
1 Sensenfabrik, 1 Mineralwasserfabrik, 6 Gerbereien mit einem jährlichen Absatz von
ungefähr 6600 Ctr. Leder im werte von 260000 Mark nach Berlin Bremen und Hannover.
Wolle im Werthe von 25000 Mark wird nach Hamburg, Lübeck und Kopenhagen […] verkauft.
Diepholz ist der Hauport einer angeblich von Karl dem Großen gegründeten Grafschaft,
welche den größten Teil der alten Heder- und Lerigaue umfasste. Nach dem Tode des
letzten Grafen Friedrich im Jahre 1585 fiel die Grafschaft an den Herzog von Georg von
Celle, 1666 an dessen Bruder Ernst August, Bischof von Osnabrück, 1685 an Hannover
und 1866 an Preußen. Das alte, im Anfang des 12 Jahrhunderts gebauten gräflichen
Schlosses ist zum Theil noch vorhanden, namentlich ein fester i J 1663 baulich erneuerter Thurm […]
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