Wassermühle Diepholz

Wassermühle in Diepholz

Schon 1356 wurde diese Mühle am Zusammenfluss der Lohnearme in Diepholz erwähnt.
Heute erinnert an ungefähr dieser Stelle ein alter "Loh"-mühlstein an die am 30.01 1928 abgebrannte Mühle.
Die beiden Bilder mit Personen zeigen die bisher einzigen gefundenen Aufnahmen, auf denen im Hintergrund das Wehr aus dieser Perspektive zu erkennen ist.
Das Aufnahmedatum ist nicht bekannt, liegt aber vermutlich vor dem Brand von 1928.
Zu diesem Zeitpunkt wurde in der ehemaligen Mühle aber schon Fiebingers Dampffärberei betrieben, Wasserkraft wurde also schon nicht mehr benötigt.
im Hintergrund links die Sandsteinmauer der Lohnemühle, rechts der Stau.
Auffällig sind die vielen Sandsteinblöcke, die vermutlich ursprünglich den Uferbereich rechts und links stabilisiert haben.




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siehe auch : Feuerwehr, Brand bei Fiebinger

Diepholz 30 Januar 1928 [Text vermutlich Diepholzer Kreisblatt]

Ein altes Diepholzer Wahrzeichen vernichtet
Die alte Schrödersche Wassermühle,
ein Fachwerkbau am Mühlenkolk inmitten des Ortes,
ist heute morgen ein Raub der Flammen geworden. Seit
Jahren wurde darin eine Färberei von Herrn Fritz Fiebinger
betrieben, die nun ebenfallsvollständig zerstört worden
ist. Obwohl kaum Feueralarm geblasen wurde, sammelte sich
doch eine große Zahl von Menschen an, die sich das seltene
Schauspiel nicht entgehen lassen wollte. Allzu dicht durfte
man allerdings nicht an den Brandherd herangehen, da wegen
der in der Färberei lagernden Benzinbehälter Explosionsgefahr
bestand. Um 10 1/2 Uhr war das Feuer, wahrscheinlich durch
heißlaufen der Transmission in dem sog. Benzinraume ausge-
brochen. Der ganz geringe Wind stand denkbar günstig; er
trieb die Rauchwolken und die Hitze über das Schwarzesche
Nachbargrundstück und den Mühlenkolk, so dass kaum Gefahr
für die Nachbargebäude bestand. Einige beherzte Feuerwehrleute
rissen die Tür zum Benzinraum auf, und zwei andere
schossen Löcher in die drei Benzinbehälter. Um 1/2 12 Uhr war
die Explosionsgefahr beseitigt. Inzwischen war auch die St.
Hülfer Freiw. Feuerwehr eingetroffen. Zu retten war natürlich
nichts mehr. So beschränkte sich auch die Diepholzer
Freiw. Feuerwehr darauf, gelegentlich einen Strahl aus der
Motorspritze auf das Brandobjekt und die Dächer der Nach-
barhäuser zu richten. Herrn Photograph Petersen ist es ge-
lungen, einen Augenblick der heftigsten Rauchentwicklung auf die
Platte zu bannen. Eine Stunde später konnte er das gelungene
Bild bereits in seinen Schaukasten zum Aushang bringen.
Von dem alten Mühlengebäude steht heute Mittag nur
noch die Sandsteinmauer nach dem Wasser hin. Alles andere
ist zusammengebrochen.

[Fiebingers Reinigung und Dampffärberei im Mühlengebäude Kolkstrasse 6 von 1921-1928]
Unterlagen und Fotos aus dem Stadtarchiv Diepholz